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Ein Schlüssel zur produktiven Zerspanung der genannten drei Problemwerkstoffe sind die Werkzeuge. Kein Wunder also, dass das Geschäftsfeld Luft- und Raumfahrttechnik bei den Werkzeugherstellern brummt. „Das Marktsegment Aerospace ist neben dem Bereich der Energieerzeugung das am stärksten wachsende Marktsegment bei Ceratizit“, sagt Aerospace-Produktmanager Oliver Baum. Um die Werkzeuge fit für die Luft- und Raumfahrttechnik zu machen, betreiben die Werkzeughersteller einen hohen Forschungsaufwand. „Hier ist klar der starke Trend hin zu den Titanlegierungen zu sehen. Die Bauteilhersteller benötigen Werkzeuglösungen, die es erlauben, die Wirtschaftlichkeit bei der Bearbeitung dieser schwer zu zerspanenden Legierungen deutlich zu erhöhen“, erläutert Baum.
Werkzeugmaschinen-Hersteller wetteifern um Zerspanleistungen
Bei den Maschinenherstellern ist der Wettlauf um die höchste Zerspanleistung im vollen Gang: „Der Trend geht zu immer höheren Zerspanraten, höheren Drehzahlen, wirtschaftlicheren und flexibleren Maschinen“, bestätigt Andreas Podiebrad, Geschäftsführer von Handtmann A-Punkt Automation. Handtmann zählt zu den wichtigsten deutschen Herstellern von Werkzeugmaschinen für die Luft- und Raumfahrttechnik. Zugleich stellt der Bereich mit einem Umsatzanteil von rund 80% den zentralen Absatzmarkt für das Unternehmen dar. „Kein modernes Flugzeug fliegt mehr ohne ein Teil, welches auf einer Handtmann-Maschine bearbeitet wurde“, erklärt Podiebrad stolz. Seit Oktober 2008 hält Handtmann den Weltrekord in der Hochleistungszerspanung von Aluminium – mit einem Zerspanungsvolumen von 15,063 l/min, beglaubigt durch einen staatlichen Sachverständigen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Dörries Scharmann Technologie (DST) als weiterer großer deutscher Anbieter nachlegen wird. Erst 2007 hatten die Mönchengladbacher die Latte auf 10 l/min gelegt, doch seitdem überschlägt sich die Entwicklung regelrecht. Bei DST macht der Aircraft-Bereich etwa ein Drittel des Umsatzes aus. Vertikale Drehmaschinen, die zur Herstellung von Triebwerksteilen dienen, und Fräsmaschinen, mit denen die bis zu 5 m langen Landebeine von Flugzeugen geformt werden, gehören zu den Spezialitäten des Anbieters.
Erhöhte Steifigkeit und Dämpfung und Vorschubkräfte sind Trumpf
Herstellerübergreifend ist den aktuellen Entwicklungen gemein, dass die Werkzeugmaschinen im Vergleich zu konventionellen Bearbeitungszentren auf erhöhte Steifigkeit, Dämpfung und Vorschubkräfte ausgelegt werden, um den Produktivitätswettlauf bei gleichzeitig hoher Genauigkeit und Zuverlässigkeit bestehen zu können. „Insbesondere sind grundsolide Maschinen für die Bearbeitung hochfester Werkstoffe gefragt“, bestätigt Max Pieper, Senior Area-Manager bei Okuma.
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