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Die hier untersuchten Vorhangvarianten ermöglichen durch die Verwendung neuer textiler Materialien, wie von beschichtetem Gewebe mit einer sehr geringen Materialstärke von 0,45 mm, die Realisierung eines werkstückschonenden Vorhangsystems aus bis zu 20 Lagen. Ferner ist durch die hohe Lagenanzahl und die gute Lamellenüberdeckung die Wahrscheinlichkeit einer gefährlichen Lückenbildung sehr viel geringer als beim früher eingesetzten PVC-Vorhang.
Schutzvorhanglösungen können 100-g-Projektil sicher zurückhalten
Als zentrales Projektergebnis ist hervorzuheben, dass auf Basis der erarbeiteten Ergebnisse die Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen nun neue Schutzvorhangslösungen für ihre Maschinen entwickeln konnten, die nun auch die verschärften Anforderungen der geänderten Norm erfüllen, womit die Marktfähigkeit dieser Maschinen gewährleistet bleibt. Das Ergebnis konnte jedoch auch auf andere Maschinen angewendet werden. „Da die Bearbeitungszentren auch zur Zerspanung von Aluminium und faserverstärkten Kunststoffen eingesetzt werden, sind die Vorhänge auch hier bereits in der industriellen Praxis getestet worden und haben sich bewährt“, ergänzt Forcillo.
So kommen sie beispielsweise bereits an einigen Bearbeitungszentren von Reichenbacher Hamuel zur Anwendung, die bei der Herstellung von Kammerfilterplatten den Maschinenbedienern den nötigen Schutz bieten (Bild 3/4). Diese Schutzvorhanglösungen sind in der Lage, ein 100-g-Projektil sicher zurückzuhalten. Dabei sind sie so flexibel, dass einfahrende, normal empfindliche Werkstücke nicht beschädigt werden. Mit den beschichteten textilen Materialien konnte eine sehr gute Schutzwirkung und ein Kompromiss zwischen dem Kantenverschleißverhalten der Lamellen und der Wirtschaftlichkeit gefunden werden.
Bezüglich der wirtschaftlichen Aspekte lässt sich festhalten, dass die in diesem Vorhaben entwickelten textilbasierten Vorhanglösungen zwar teurer als die nicht mehr einsetzbaren PVC-Vorhänge sein werden, jedoch wesentlich günstiger als die ersten Notlösungen aus Aramidgewebe.
Schalldämpfender Splitterschutz soll zu einem Mehrwert führen
Ferner kann der textilbasierte Splitterschutzvorhang zum Beispiel durch seine schalldämpfenden beziehungsweise -absorbierenden Eigenschaften auch zu einem Mehrwert führen. Dies wird unter anderem auch in dem zurzeit laufenden Folgeprojekt untersucht. Nur durch die intensive Zusammenarbeit beider beteiligten Institute mit ihren Kernkompetenzen in Kombination mit dem projektbegleitenden Ausschuss engagierter Unternehmen aus der Industrie konnte das Forschungsziel erreicht werden.
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