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„Diese vollkommen neuen Lösungen in so kurzer Zeit zu erarbeiten, war auch deshalb möglich, weil sich Industriepartner intensiv daran beteiligt haben. Mit ihren Erfahrungen, Bedürfnissen und umfangreichen Materiallieferungen geeigneter technischer Textilien waren wir viel schneller am Ziel“, so Hermann Finckh vom Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf (ITV), ebenfalls Mitglied des Forscherteams. Neben den Untersuchungen wurden komplexe FE-Simulationsmodelle entwickelt, die die Schutzwirkung des Lamellenvorhangsystems aufzeigen, die Rückhaltefähigkeit berechenbar machen und durch Parametervariationen zur Entwicklung noch besserer textilbasierter Schutzvorhangsysteme beitragen.
Sie stehen für vergleichbare Impaktanalysen zur Verfügung und könnten die sicherheitstechnischen Anforderungen zum Schutz von Menschenleben verbessern. Die Verbindung aus Simulation von Vorhängen, Auswahl optimierter Vorhänge und die Prüfung dieser unter realen Bedingungen sicherten die zielgerichtete Schaffung eines neuen Vorhangsystems.
Ohne die textilen Schutzvorhangsysteme käme nur noch eine Vollverkapselung infrage
Ohne die entwickelten textilen Schutzvorhangsysteme müsste das Gesamtkonzept von C-Ständer-Bearbeitungszentren überdacht werden, da nur noch eine aufwendige Vollkapselung der Maschine in Frage kommt. Derzeit kann deutschlandweit von etwa 20 Unternehmen ausgegangen werden, die die entwickelten Vorhänge in ihren hergestellten Maschinen einsetzen. Dazu kommen etwa ebenso viele Firmen aus dem Bereich der textilen Zulieferer, die Vorhänge produzieren und konfektionieren.
Die Zusammenarbeit war so überzeugend, dass sie in einem IGF-Folgeprojekt fortgesetzt wird. In diesem Projekt werden weitere Problemstellungen gelöst, beispielsweise das Alterungsverhalten der Vorhänge. Dazu werden Verschleißkriterien erarbeitet, um nach einer definierten Einsatzdauer noch die volle Rückhaltefähigkeit zu gewährleisten.
„Weitere Inhalte des Folgeprojektes sind beispielsweise auch die Untersuchung des Kontaktes zwischen dem Schutzvorhangsystem und dem rotierenden Werkzeug“, beschreibt Forcillo weiter. Weil dabei hochfeste textile Materialien verwendet werden, ist sicherzustellen, dass auch bei einem Kontakt keine Gefahr für den Maschinenbediener ausgeht. In dem Projekt werden zudem die Simulationsmodelle erweitert.
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