Bau-Duo Thyssenkrupp baut Versuchs- und Industrieanlage für grünen Stahl

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Thyssenkrupp hat in Duisburg angefangen, eine Versuchsanlage zur klimafreundlicheren Stahlherstellung zu bauen, um Erkenntnisse für die ebenso im Bau befindliche Industrieanlage zu gewinnen.

Wasserstoff, besonders wenn er mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wurde, kann als Reduktionsgas Kohle oder Koks bei der Roheisengewinnung ersetzen. Thyssenkrupp startet jetzt massiv und mit Milliardeninvestitionen in puncto grüne Stahlerzeugung durch.(Bild:  SmirkDingo - stock.adobe.com)
Wasserstoff, besonders wenn er mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wurde, kann als Reduktionsgas Kohle oder Koks bei der Roheisengewinnung ersetzen. Thyssenkrupp startet jetzt massiv und mit Milliardeninvestitionen in puncto grüne Stahlerzeugung durch.
(Bild: SmirkDingo - stock.adobe.com)

Auf dem Gelände des Stahlherstellers Thyssenkrupp Steel in Duisburg sollen demnächst Forschungen zur klimafreundlicheren Stahlproduktion mit Wasserstoff anlaufen, wie die dpa meldet. Dazu wird eine 40 Meter hohe Versuchsanlage aufgebaut, wie Deutschlands größter Stahlkonzern mitteilte. Mit dem Projekt soll bekanntlich die Forschung zur Direktreduktion von Eisenerz vorangetrieben werden. Die Versuchsanlage koste rund 10 Millionen Euro. Sie ist Teil des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts „H2Stahl“. Betreiber der Anlage ist das Betriebsforschungsinstitut des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh). Sie soll Anfang 2026 in Betrieb genommen werden. Errichtet wird sie von einem Anlagenbauer aus Düren. Die damit gewonnenen Forschungsergebnisse will Thyssenkrupp dann für den Bau seiner ersten Direktreduktionsanlage im Industriemaßstab einfließen lassen, die dann aber rund 100 Meter höher sein wird, wie es heißt.

Das wird Thyssenkrupp in der Anlage erforschen ...

Bei der Direktreduktion entzieht ein Gas dem Eisenerz den unerwünschten Sauerstoff, was bei der normalen Reduktion im Hochofen mit Kohle oder Koks erfolgt. Wird dabei Erdgas verwendet, entstehe deutlich weniger klimaschädliches Kohlendioxid als bei der Roheisenherstellung im Hochofen. Wird sogar Wasserstoff verwendet, kann noch mehr Kohlendioxid vermieden werden, vor allem, wenn es sich um grünen Wasserstoff handelt, der über erneuerbare Energien gewonnen wurde. In der Versuchsanlage sollen dann mehrere Direktreduktionsverfahren erforscht werden. Eingesetzt werden sollen etwa die oben genannten Reduktionsgase, aber auch die bei der Stahlherstellung anfallenden Mischgase, heißt es. Auch verschiedene Einsatzmaterialien wie Pellets oder Stückerz sollen untersucht werden. Die Versuchsanlage soll 100 Kilogramm direkt reduziertes Eisen pro Stunde produzieren können. Die Experten erhoffen sich unter anderem Erkenntnisse zur CO2-Ersparnis, zur Produktqualität und zur Anlagensicherheit.

Wasserstoff-Vollbetrieb ist ab 2029 geplant

Die, wie betont wird, milliardenteure 140-Meter-Direktreduktionsanlage im Industriemaßstab will Thyssenkrupp dann 2027 in Betrieb nehmen. Zunächst soll sie mit Erdgas laufen. Der Bau hat außerdem bereits begonnen. Ein erster Wasserstoffeinsatz ist nach früheren Angaben für 2028 geplant. Der Hochlauf auf Wasserstoff-Vollbetrieb soll 2029 abgeschlossen sein, wie die Duisburger planen. Auch andere Stahlunternehmen, wie etwa Arcelormittal schicken sich derzeit an, mithilfe solcher Verfahren ihren Stahl künftig klimafreundlicher herstellen.

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