Petrochemie Tiefbohrmaschine verbessert die Oberfläche bei 9 m langen Rohren

Autor / Redakteur: Wladislaus Kiefer / Rüdiger Kroh

Das Aufbohren von 9 m langen Schleudergussrohren ist eine nicht alltägliche Aufgabe. Solche Rohre werden für den Aufbau einer Crack-Anlage in der petrochemischen Industrie benötigt. Um eine glatte Oberfläche und gleiche Wanddicken zu erreichen, wurde der Bohrkopf der Tiefbohrmaschine für eine ziehende Arbeitsweise ausgelegt.

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Bild 1: Bohrkopf beim Ausfahren nach dem Vorbohren mit der Führung voran: Für die ziehende Arbeitsweise gehen die Führungsleisten den Schneiden voraus.
Bild 1: Bohrkopf beim Ausfahren nach dem Vorbohren mit der Führung voran: Für die ziehende Arbeitsweise gehen die Führungsleisten den Schneiden voraus.
(Bild: TBT)

Beim Tiefbohren geht es nicht immer um ein Bohren ins Volle. Aufgabe kann es auch sein, die Qualität vorhandener Rohbohrungen zu verbessern, beispielsweise bei Rohren. Ein Paradefall sind Schleudergussrohre. Die Bohrung ist im Durchmesser unregelmäßig, ihre Oberfläche stark verzundert und in diesem Zustand für viele Zwecke unbrauchbar – etwa wenn die Rohre als Leitungssystem für flüssige Medien dienen sollen.

Sieben Schleudergussrohr-Varianten mit Innendurchmessern zwischen 80 und 150 mm

Solche Anwendungen finden sich unter anderem in der petrochemischen Industrie beim Cracken von Rohöl. Das Cracken wurde ursprünglich in Russland entwickelt. Ein Grund, weshalb sich dort viel Know-how konzentriert. Mit der Entwicklung entsprechender Anlagen beschäftigt sich auch das Zentralwissenschaftliche Institut für Werkstoffentwicklung (ZWI) Prometey in St. Petersburg.

Für ein aktuelles Projekt benötigte das Institut insgesamt sieben Schleudergussrohr-Varianten mit Innendurchmessern zwischen 80 und 150 mm sowie einer maximalen Länge von 9000 mm. Die Beanspruchungen der Rohre sind aufgrund der hohen Temperaturen enorm. Als Rohrwerkstoff kommt nur rost- und temperaturbeständiger Stahl mit hohen Chrom- und Nickelanteilen infrage. Allerdings genügte den russischen Anlagenkonstrukteuren keines der üblichen Standardmaterialien. Sie entschieden sich für eine eigens entwickelte und patentierte Sonderlegierung.

Des Weiteren schrieben die Erdölexperten Rohre mit einer genauen und konstanten Konzentrizität der Durchmesser vor. Bei Schwankungen der Rohrwandstärke käme es zu einer ungleichen Verteilung hoher Spannungen mit Bruchgefahr. Insbesondere diese Forderung führt zu Rohren aus Schleuderguss.

Ungünstige Oberfläche würde hohe Druckverluste verursachen

Da jedoch das Rohöl mit hohem Druck hindurchströmt, würde die strömungstechnisch ungünstige Oberfläche hohe Druckverluste und die Ansammlung von Ablagerungen verursachen. Die Petersburger Experten sahen sich folglich nach einem Tiefbohrspezialisten um, der die Rohre bearbeiten konnte, und wurden bei TBT Tiefbohrtechnik fündig.

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