Fliegende Gefahr? Titan unbekannter Herkunft in Flugzeugen aufgetaucht

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Zwar betonen Flugzeugbauer, dass ihre Maschinen absolut sicher sind, doch in puncto Titanbauteile gibt es welche, die gefälschte Unterlagen aufweisen ...

Titan ist als Werkstoff im Flugzeugbau unverzichtbar. Nun aber ist bei einigen Flugzeugherstellern Titan aufgetaucht, dessen Herkunft nicht eindeutig geklärt werden kann, weil die Unterlagen gefälscht wurden, wie die dpa erfahren hat ...(Bild:  B. Knefelser)
Titan ist als Werkstoff im Flugzeugbau unverzichtbar. Nun aber ist bei einigen Flugzeugherstellern Titan aufgetaucht, dessen Herkunft nicht eindeutig geklärt werden kann, weil die Unterlagen gefälscht wurden, wie die dpa erfahren hat ...
(Bild: B. Knefelser)

In die Lieferketten der großen Flugzeugbauer ist in den vergangenen Jahren Titan mit gefälschten Herkunftsunterlagen verbaut worden. Boeing und Airbus betonten allerdings, dass alle Maschinen sicher weiterbetrieben werden können. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA teilte nun mit, das Ausmaß und mögliche Auswirkungen jetzt zu untersuchen. Bekannt wurde das Problem Ende letzter Woche durch einen Bericht der New York Times, wie die dpa erfahren hat. Flugzeuge mit einigen Bauteilen aus dem Titan mit gefälschten Papieren seien zwischen 2019 und 2023 gebaut worden, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen, die aber anonym bleiben wollen. Bei Boeing seien Maschinen der Modelle 737 Max und 787 Dreamliner betroffen. Und beim Airbus des Typs A220 sei das auch der Fall. Es sei außerdem unklar, wie viele Flugzeuge es seien und welche Airlines sie einsetzten.

Es sei die korrekte Titanlegierung

Der Zulieferer Spirit Aerosystems, der für Boeing den Rumpf einiger Modelle sowie Trägflächen für Airbus produziert, teilte mit, alle betroffenen Bauteile in der Produktion seien aus dem Verkehr gezogen worden. Es wurden außerdem über 1.000 Tests durchgeführt, um die mechanischen und metallurgischen Eigenschaften des betroffenen Materials zu bestätigen. Auch Airbus verwies auf zahlreiche Überprüfungen, die zeigten, dass die Lufttüchtigkeit der A220 weiter gegeben sei. Laut Boeing belegten bisherige Tests, dass die korrekte Titanlegierung verwendet worden sei. Die Analyse zeigt laut Boeing, dass die aktive Flotte sicher weiterfliegen kann. Bei noch nicht ausgelieferten Flugzeugen würden zugleich die betroffenen Bauteile entfernt, um den Vorgaben zu entsprechen. Boeing verweist zugleich darauf, dass von dem Problem nur sehr wenige Teile betroffen seien und der Konzern den Großteil des Titans direkt kaufe.

Keiner kennt die Quelle des falschen Titans

Der New York Times zufolge nahm das Problem seinen Ursprung, als ein türkischer Zulieferer 2019 eine Charge Titan bei einer wenig bekannten chinesischen Zulieferer einkaufte. Von da an kam das Metall in Bauteilen unter anderem zu Spirit. Und so fand das mutmaßlich falsche Titan auch den Weg zu Boeing und Airbus, wie mit den Vorgängen vertraute Personen der Zeitung erklärten. Im Dezember 2023 sei dann einem italienischen Unternehmen aufgefallen, dass das Material anders als sonst aussehe und außerdem die Herkunftszertifikate unecht wirkten. Woher das Titan stamme, sei nach wie vor ungeklärt. In der Luftfahrtbranche basieren die Sicherheitsverfahren aber nicht zuletzt darauf, dass bei jedem Bauteil jeder Schritt und die Herkunft der Materialien nachvollziehbar sein müssen.

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