Suchen

VDI-Tagung in Heidelberg

Top-Informationen zur effizienten Compositeverarbeitung

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Umformen im Spritzgießwerkzeug

Eine Prozess- und Werkzeugtechnologie, die es ermöglicht, Leichtbauteile mit einem endlosfaserverstärkten Einleger im One-Shot-Spritzgießprozess herzustellen, wird Christian Götze, Leiter Innovation bei der Georg Kaufmann Formenbau AG in Busslingen in der Schweiz, vorstellen. „Durch spezifische Funktionselemente im Spritzgießwerkzeug kann so ein vorgelagerter Umformprozess des Einlegers inklusive der benötigten Prozessperipherie eingespart werden“, wie Götze erklärt. Auch eine Kombination aus mehreren Einlegern, zum Beispiel für eine lastpfadgerechte Verstärkung, sei mit dieser Werkzeugtechnologie umsetzbar. Erstmals, so Götze konnten so mehrere unidirektional verstärkte Einleger mit unterschiedlichen Dicken in einem One-Shot-Prozess verarbeitet werden. Um die aufgeheizten Einleger im Spritzgießwerkzeuge handhaben und fixieren zu können, wurde laut Götze eine spezielle Werkzeugtechnik entwickelt, welche die gewünschte Position der Verstärkungsmaterialien im entstehenden Bauteil zuverlässig sichert.

Composites günstiger verarbeiten

„Die Werkzeug- und Prozesstechnologie ist für lasttragende Bauteile oder -gruppen relevant, bei denen bei gleichbleibender Performance Gewicht eingespart werden soll. Es kann sich dabei etwa um Automobilteile wie Front-End, Cross-Car-Beam oder Heckklappe handeln. Aber auch Anwendungen aus dem Transportwesen, der Luftfahrt sowie dem Sport und der Freizeit sind denkbar“, sagt Götze. Das Einsparpotenzial liege für ihn auf der Hand: Im Vergleich zu bisherigen Compositeverarbeitungsprozessen könnten mit der hier vorgestellten Methode Anwendungen mit unidirektionalem Einleger ohne separatem Umformschritt verarbeitet werden. Das macht den Herstellungsprozess günstiger und das Material wird nicht unnötig thermisch belastet.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Organobleche für die Serie

Der Leichtbau ist für die Automobilindustrie, die Luftfahrt und auch für den Maschinenbau ein bedeutendes Thema. Vor diesem Hintergrund ist die Substitution schwerer Werkstoffe durch Leichtbaumaterialien und die Entwicklung und Einführung von Prozessen, die eine günstige Bauteilherstellung ermöglichen, sehr wichtig. Daniel Petter, Leiter Neue Technologien bei der Pöppelmann in Lohne wird auf der VDI-Fachtagung deshalb einen Einstufenprozess zur automatisierten Verarbeitung vom Organoblech bis zum fertigen Bauteil präsentieren, der für verschiedene industrielle Anwendungen geeignet ist. Aus Sicht von Petter sind für den Prozess zukünftig noch weitere Optimierungsmöglichkeiten gegeben, die sich etwa auf den Prozess und die Materialkosten auswirken.

(ID:44633492)