Atomare Wandlung Transmutation macht Atommüll weniger gefährlich

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die radioaktiven Abfälle aus Kernkraftwerken können nach einer Studie der TU München und des TÜV in deutlich weniger schädliche Elemente umgewandelt werden, so die dpa.

Hier sieht man ein Bündel Brennstäbe in einem Atomkraftwerk. Man weiß ja, dass, wenn diese verbraucht sind, recht gefährlicher Atommüll übrigbleibt. Nun gehen Experten davon aus, dass man damit noch sehr viel Postives anfangen kann – Transmutation heißt das Zauberwort ...(Bild:  Radioaktiva)
Hier sieht man ein Bündel Brennstäbe in einem Atomkraftwerk. Man weiß ja, dass, wenn diese verbraucht sind, recht gefährlicher Atommüll übrigbleibt. Nun gehen Experten davon aus, dass man damit noch sehr viel Postives anfangen kann – Transmutation heißt das Zauberwort ...
(Bild: Radioaktiva)

Bei der Transmutation handelt es sich um eine spezielle Behandlung radioaktiver Abfälle. Sie soll vor allem dafür sorgen, dass die Strahlungsintensität des Mülls verringert und die Strahlungsdauer extrem verkürzt wird, wie die Münchener Experten erklären. Die Umsetzungsstudie für den Bau einer sogenannten Transmutationsanlage für die Umwandlung von Atommüll wurde nun von der Bundesagentur für Sprunginnovationen Sprind in Auftrag gegeben. Dabei wurde ein Szenario durchgespielt, bei dem die Umwandlungsanlage in einem der stillgelegten Atomkraftwerke entsteht, die in Deutschland mittlerweile als Zwischenlager für Atommüll dienen, wie man erfährt. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen in Leipzig erklärte, dass schon die erste Demonstrationsanlage sehr rentabel arbeiten wird.

Rohstoffe und Energie durch Neutronenbeschuss

Um diese Ziele auch zu erreichen, werden bei der Transmutation die Atomkerne alter Brennstäbe mit Neutronen beschossen. Dabei zerfallen die Kerne, wobei daraus weniger gefährliche Elemente entstehen. Außer der eigentlichen Umwandlung der radioaktiven Abfälle ermögliche das Ganze aber auch die Rückgewinnung verschiedener wertvoller Materialien aus abgebrannten Brennelementen. Dazu gehören unter anderem Uran sowie die wertvollen Edelmetalle Rhodium und Ruthenium, die in verschiedenen Industriezweigen benötigt werden. Parallel dazu fallen bei dem Umwandlungsprozess die Edelgase Xenon und Krypton an. Außerdem können die Elemente Cäsium und Strontium gewonnen werden, die unter anderem als sogenannte Radioisotope in der Medizin oder Forschung verwendet werden. Durch den Prozess entsteht zudem viel Hitze, die in Fernwärmenetze eingespeist werden könnte.

Weniger strahlende Aussichten sind bessere Aussichten

Der Studie zeige auch, dass eine Anlage des Schweizer Start-ups Transmutex aus Genf zum Einsatz kommen könne. Als möglicher Standort kommt wohl eines der 16 Zwischenlager für Atommüll infrage – auch weil dadurch kein Atommüll quer durch Deutschland bewegt werden muss. In der Bundesrepublik gibt es zwei zentrale Zwischenlager in Gorleben und Ahaus sowie 14 dezentrale Zwischenlager. Darunter zwölf Standorte, die sich an oder in der Nähe von ehemaligen Atomkraftwerken befinden. Hinzu kommen spezielle Lager wie Jülich und Lubmin, die eine Sonderstellung einnehmen. Die Anlage würde die Investitionskosten von rund 1,5 Milliarden Euro und jährlichen Betriebskosten von gut 115 Millionen Euro mehrfach wieder einspielen. Den Kosten stünden nämlich Einnahmen aus den gewonnenen Elementen, der Entsorgung atomarer Abfälle und aus der Prozesswärme gegenüber. Bei einem Betrieb an einem ehemaligen AKW-Standort würden sich die Baukosten um rund 30 Prozent verringern. Die nicht wiederverwertbaren Abfälle des untersuchten AKW ließen sich voraussichtlich innerhalb der Mindestbetriebsdauer der Anlage von 50 Jahren umwandeln. Die Strahlungsdauer werde dadurch von einer Million Jahre auf rund 800 Jahre verringert.

Das könnte Sie auch interessieren:

(ID:50315653)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung