Handelskrieg Trump sieht Reaktionen auf Zölle mit Gelassenheit

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die von Donald Trump angekündigte Zölle für Waren aus China, Mexiko und Kanada sind nun in Kraft getreten. Jetzt gibt es erste Reaktionen der betroffenen Länder.

Donald Trump hat seine Zolldrohungen mit Blick auf Mexiko, Kanada und China wahr werden lassen. Den Reaktionen sieht er nach eigenem Bekunden gelassen entgegen. Parallel könnte die Situation deutschen Unternehmen in China Chancen bieten.(Bild:  A.P.)
Donald Trump hat seine Zolldrohungen mit Blick auf Mexiko, Kanada und China wahr werden lassen. Den Reaktionen sieht er nach eigenem Bekunden gelassen entgegen. Parallel könnte die Situation deutschen Unternehmen in China Chancen bieten.
(Bild: A.P.)

US-Präsident Donald Trump hat bei seiner Rede vor dem Kongress die Einführung weitreichender Zölle gegen langjährige Wirtschaftspartner wie Kanada und Mexiko verteidigt: „Zölle machen uns wieder reich und großartig! Das geschieht und es wird ziemlich schnell gehen. Es wird ein wenig Unruhe geben, aber das ist für uns in Ordnung!“ Denn Trump glaubt, dass es keine große Unruhe sein wird. Ökonomen gehen aber davon aus, dass der Zollstreit die Verbraucher in den USA teuer zu stehen kommen wird und die Inflation in die Höhe treibt. Es ist offen, ob sich Kanada und Mexiko erneut mit Trump einigen können, um die Strafmaßnahmen zu beseitigen. US-Zölle gegen die EU sind auch zu befürchten. Diese könnten sich etwa auf die deutschen Häfen negativ auswirken.

Gegenzölle seitens China und Kanada

China und Kanada reagieren nun auf die neuen US-Importzölle mit Gegenzöllen. Auch Mexiko stellte Gegenmaßnahmen in Aussicht, ließ die genauen Details aber noch offen. Genaueres soll es erst am Sonntag geben. Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau kündigte bereits vor dem Inkrafttreten der US-Zölle Gegenmaßnahmen in gleicher Höhe an (25 Prozent). Dies gelte zunächst nur für Waren mit einem Gesamtwert von 30 Milliarden Dollar, hieß es in der Mitteilung. Doch nach 21 Tagen werde diese Zahl auf insgesamt 155 Milliarden Dollar erhöht. Es könnte sich dabei auch um einen Stopp der Ölexporte in die USA handeln. Das, sagen Experten, wird die USA hart treffen.

China teilte kurz darauf mit, dass man ab dem 10. März zusätzliche Zölle vor allem auf landwirtschaftliche Produkte aus den USA erheben wird. China will demnach ab dem 10. März zusätzliche Zölle in Höhe von 15 Prozent auf Hühnerfleisch, Weizen, Mais und Baumwolle aus den USA erheben. Für andere landwirtschaftliche Produkte, darunter Sojabohnen, Schweinefleisch und Rindfleisch, werde ein Zusatzzoll von 10 Prozent gelten. Auch kündigte Peking an, weitere US-Unternehmen auf eine Liste unzuverlässiger Einheiten zu setzen, womit ihnen Einschränkungen oder vollständige Verbote für Geschäftsaktivitäten in China drohen, wie es weiter heißt.

Situation in China könnte Deutschen helfen

Die deutsche Handelskammer (AHK) in China sieht in Pekings diesjährigem Wachstumsziel ein positives Zeichen für Unternehmen aus der Bundesrepublik. Diesmal seien mehr Impulse zur Stabilisierung der Wirtschaft gesetzt und man scheine wieder deutlich kräftiger anzupacken. Für deutsche Unternehmen in China ist dies eine gute Nachricht, denn sie hoffen insbesondere auf einen belebenden Effekt auf die Binnennachfrage, die seit langem Kopfzerbrechen bereitet, heißt es von der AHK. Peking strebt aus Sicht der Interessenvertretung deutscher Player in China nach Kontinuität. Zur Eröffnung des Volkskongresses in Peking kündigte Ministerpräsident Li Qiang wie bereits im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstumsziel von rund fünf Prozent an. Wegen wirtschaftlicher Probleme und den globalen Handelsstreitigkeiten halten Beobachter den Plan aber für ambitioniert. In China endet in diesem Jahr der Regierungsplan „Made in China 2025“. Viele ambitionierte Vorgaben, um die chinesische Wirtschaft zu modernisieren, konnten damit erreicht werden. So ist das Land zum Weltmarktführer bei erneuerbaren Energien geworden und produziert weltweit mit Abstand die meisten Elektroautos. Allerdings verursachte die massive staatliche Förderung in einigen Branchen auch Überkapazitäten und andere Probleme.

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