Ein Bumerang? Trumps Strafzölle könnten USA härter treffen als Europa

Quelle: IFW - Kiel Institut für Weltwirtschaft 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Trump-Regierung hat diese Woche ihre 25-prozentige Zölle auf alle Stahl- und Aluminiumimporte in die USA wahr gemacht. Die EU könnte glimpflich davonkommen, andere eher nicht ...

Noch heißt es für Donald Trump „Daumen hoch“, was die US-Zölle auf Stahl und Aluminium betrifft, die kürzlich in Kraft getreten sind. Kieler Forscher wollen nun aber per Simulation festgestellt haben, dass die EU sich eher zurücklehnen kann – im Gegensatz zu anderen ...(Bild:  AP)
Noch heißt es für Donald Trump „Daumen hoch“, was die US-Zölle auf Stahl und Aluminium betrifft, die kürzlich in Kraft getreten sind. Kieler Forscher wollen nun aber per Simulation festgestellt haben, dass die EU sich eher zurücklehnen kann – im Gegensatz zu anderen ...
(Bild: AP)

Diese neuen protektionistischen Maßnahmen seitens Donald Trump sind die ersten ihrer Art, die in der aktuellen Amtszeit unmittelbar die EU betreffen. Aber wie Simulationen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft mit ihrem entsprechenden Modell zeigen, schadeten sich die USA damit vor allem auch selbst! Denn während die Zölle für die EU praktisch keine negativen wirtschaftlichen Folgen haben würden, sind erhebliche Konsequenzen für Kanada und Mexiko zu erwarten, wie es weiter heißt. Die Kieler Simulationen zeigen, dass die US-Zölle auf Stahl und Aluminium für die EU-Wirtschaft zwar kurzfristig ein Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts auslösen, aber um lediglich 0,02 Prozent. Dieser geringe Effekt entstehe, weil die betroffenen Produkte nur rund fünf Prozent der gesamten EU-Exporte ausmachten und davon auch nur ein kleiner Teil in die USA exportiert werde.

Die Folgen für die USA sind deutlich schlimmer

Ganz erheblich ist der wirtschaftliche Schaden, den die USA sich damit selbst zufügen dürften, wie die Experten weiter ausführen. Denn die Preise dürften um 0,41 Prozent steigen und damit auch die Inflationsrate. Die Exporte könnten dabei um 1,37 Prozent sinken. Importierter Stahl und Aluminium verteuern sich dann erheblich und erhöhen dadurch auch die Produktionskosten vieler amerikanischer Industriezweige, wie es weiter heißt. Diesen Preisanstieg dürften US-amerikanischen Produzenten von Stahl und Aluminium an ihre Kunden im Inland weitergeben, während ihre Wettbewerbsfähigkeit im Ausland zurückgeht. Mit anderen Worten: Diese Zölle sind zwar symbolisch als protektionistische Maßnahme im Sinne von „Amerika first“ zu verstehen, schaden letztlich aber auch den wirtschaftlichen Interessen der USA. Allerdings warnen die Kieler vor weiteren protektionistischen Ideen, weshalb die EU wachsam bleiben sollte.

Event-Thema Auslandsmärkte: Mehr Chancen für den Mittelstand

International Communication Circle
(Bild: VCG)

Wie können sich Mittelständler in ihren Export- und Wachstumsmärkten noch besser aufstellen? Wie kann KI helfen die internationalen Aufgaben effizienter zu gestalten? Erfahren Sie am 21.05.2025 im Vogel Convention Center Würzburg aus erster Hand, wie Unternehmen erfolgreich globale Märkte über Marketing-Kommunikation besser erschließen, welche lokalen Kommunikationsstrategien wirklich funktionieren und wie Sie dadurch Ihre globale Präsenz effizient ausbauen.

Neben strategischen Einblicken fokussieren wir mit Experten von GTAI und anderen Institutionen in Deep Dives auf die wichtigen Exportmärkte wie USA, Europa, Middle East, Indien, Asien/China oder Brasilien.

Die US-Zölle werden vor allem Mexiko und Kanada spüren

Kanada und Mexiko, die zuletzt von länderspezifischen Zöllen ausgenommen waren, sind aber, wie bereits angedeutet, erneut stark betroffen. Für Kanada zeigen die Berechnungen einen Rückgang des realen Bruttoinlandsproduktes um 0,39 Prozent und für Mexiko um 0,19 Prozent. Ein Großteil der kanadischen und mexikanischen Stahl- und Aluminiumexporte geht nämlich direkt in den US-amerikanischen Markt, weshalb die Zölle in diesen beiden Ländern besonders negativ wirken dürften.

(ID:50355147)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung