Kunststoff-Hybride Ummantelte Faserverbundprofile kombinieren Festigkeit mit funktionaler Oberfläche

Redakteur: Kirsten Nähle

Ummantelte Kunststoffprofile bestehen aus einem thermoplastischen oder duroplastischen Faserverbundkern, auf den durch Extrusion eine Ummantelung aus Kunststoff aufgetragen wird. Dies erlaubt eine Vielfalt vorteilhafter Materialeigenschaften, wie beispielsweise eine optimierte Tribologie oder Schlagschutz, im Profil zu integrieren.

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Faserverbundprofil, ummantelt mit Polypropylen und einer eingeprägten Design-Struktur. (Bild: Faigle)
Faserverbundprofil, ummantelt mit Polypropylen und einer eingeprägten Design-Struktur. (Bild: Faigle)

So etwa kann das hochfeste, endlosfaserverstärkte Igorex-Kunststoffprofil von Faigle außen eine griffig weiche Oberfläche erhalten, die sich angenehm anfühlt und zugleich durch antimikrobielle Wirkung die Verbreitung von Krankheitskeimen verhindert.

Dies kann als separater Arbeitsschritt erfolgen oder bei thermoplastischen Faserverbundprofilen auch online mit der Pultrusion der Profile. Direkt anschließend wird die Außengeometrie durch Kalanderwalzen kalibriert. Laut Faigle lassen sich die Festigkeitseigenschaften des Profils mittels Kombination der geeigneten Werkstoffe gezielt für die statischen Anforderungen des jeweiligen Einsatzzwecks auslegen. Beim Innenprofil sollen sich, so heißt es, endlosfaserverstärktes PP, PET oder auch PA, beim Außenprofil PP, PVC, PA oder weiches, verschleißfestes TPU bewähren.

Wirksamer Schutz gegen Abnutzung

Da der Mantelwerkstoff zu Beginn dieses Verfahrensschrittes noch in einem teigigen Zustand sei, könne der Oberfläche in dieser Phase durch entsprechend gestaltete Kalanderwalzen eine Struktur eingeprägt werden. Dies kann zum Beispiel ein Firmenlogo sein, das sich je nach Durchmesser der Kalanderwalze in kürzeren oder längeren Abständen au dem Profil wiederholt. Oder die Oberflächen können Quer- und Längsstreifen, gekreuzte Rillen oder andere Strukturen erhalten, die das Profil funktional aufwerten oder durch die es optisch attraktiv wirkt.

Mit der Ummantelung können im Profil eine Reihe vorteilhafter Eigenschaften integriert werden. Durch die Kombination verschiedener Materialien können die Oberflächen glatt, rau, chemikalienbeständig, pflegeleicht und schmutzabweisend ausgeführt werden. Außerdem könne das Profil bessere tribologische Eigenschaften erhalten, zum Beispiel einen höheren oder niedrigeren Reibwert. Faserverbundwerkstoffe, die oft verschleißanfällig sind, oder durch Freilegung von Fasern bei ihren Reibpartnern einen erhöhten Verschleiß verursachen, werden durch die Ummantelung wirksam gegen Abnützung geschützt.

Zudem erhalten sie nach Angaben von Faigle einen weitgehenden Schutz gegen Schlagbeanspruchung. Besonders beim Einsatz im Freien bestehe bei vielen Faserverbundprofilen die Gefahr der Beschädigung einzelner Verstärkungsfasern. Eine Ummantelung bilde dagegen einen dauerhaften Schutz.

Thermoplastprofile erlauben sehr gute Haftung mit dem Ummantelungswerkstoff

Je nach Einsatzzweck kann die Ummantelung hart oder weich sein. Besitzt die Ummantelung eine entsprechende Haptik, so fühlt sich das Profil angenehm warm oder weich an, oder der Benutzer hat das Gefühl besonders guter Griffigkeit. In öffentlichen Verkehrsmitten oder bei Geländern in Gebäuden oder in Krankenhäusern, wo Profilen von vielen Personen als Griff oder Halt genutzt werden, kann eine Ummantelung aus einem mit antimikrobiellen Sterionen ausgerüsteten Kunststoff Schutz sowohl gegen Bakterien als auch gegen Viren oder Pilze bieten.

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