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Siemens hatte auch außerdeutsche Märkte im Blick
Siemens versuchte früh auch auf außerdeutschen Märkten Fuß zu fassen, zumal er mit der preußischen Telegraphenverwaltung bald in Streit geriet und von dieser über viele Jahre keine Aufträge mehr erhielt. Er betraute seinen Bruder Wilhelm mit der Leitung einer ersten Auslandsniederlassung in London. Auch in Russland bemühte er sich um Aufträge. Ein erster Erfolg war dann 1852 der Auftrag zur Errichtung von Telegraphenverbindungen von Warschau nach St. Petersburg und von St. Petersburg nach Moskau.
Siemens machte sich schon früh Gedanken um das Schicksal seiner Mitarbeiter. Die normale Entlohnung erschien ihm nicht ausreichend: „Mir würde das Geld wie glühendes Eisen in der Hand brennen, wenn ich den treuen Gehilfen nicht den erwarteten Anteil gäbe“. Leitende Mitarbeiter hatten deshalb schon seit Mitte der 1850er-Jahre Verträge, die ihnen erfolgsabhängige Tantiemen zusicherten, rangniedrigere Mitarbeiter bekamen – nicht vertraglich festgelegte – Prämien.
Siemens zahlt Inventurprämie (Erfolgsbeteiligung)
1857 entwickelte Siemens die Ozonröhre, die elektrisch erzeugtes Ozon zur Reinigung von Trinkwasser verwendet. Ebenfalls 1857 formulierte er das Gegenstromprinzip. 1860 wurde Werner Siemens von der Universität Berlin die Würde eines Ehrendoktors verliehen. Ab Mitte der 1860er-Jahre zahlte Siemens & Halske eine sogenannte Inventurprämie an alle Arbeiter und Angestellten, ein Vorläufer der heutigen Erfolgsbeteiligung.
Zwar wurde das dynamoelektrische Prinzip bereits vom Dänen Søren Hjorth und vom Ungarn Ányos Jedlik entdeckt, doch mit der Entwicklung des ersten elektrischen Generators (1866) auf der Grundlage des von ihm wissenschaftlich begründeten dynamoelektrischen Prinzips gehört Werner Siemens zu den Wegbereitern der Starkstromtechnik.
Meinungsverschiedenheiten zwischen Halske und den Siemens-Brüdern führten Ende 1867 nach zwanzig Jahren zum Rückzug von Halske aus der Firma. Die Brüder Wilhelm und Carl wurden so die einzigen Teilhaber ihres Bruders Werner.
Am 13. Juli 1869 heiratete Werner Siemens in zweiter Ehe seine entfernte Nichte Antonie Siemens (1840–1900), die Tochter von Carl Georg Siemens. Aus dieser Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor.
Siemens gründet die Pensions-, Witwen- und Waisenkasse
1872 gründete Siemens die Pensions-, Witwen- und Waisenkasse, an der sich auch Halske, der dem Unternehmen schon nicht mehr angehörte, beteiligte. Eine weitere sozialpolitische Maßnahme war 1873 die Einführung einer täglichen Arbeitszeit von neun Stunden, was bei der damaligen Sechstagewoche einer Wochenarbeitszeit von 54 Stunden entsprach. Üblich waren damals noch 72 Wochenstunden.
Mit Heinrich von Stephan gründete Siemens 1879 den Elektrotechnischen Verein, anlässlich dessen Namensgebung er das Wort Elektrotechnik prägte. 1885 ermöglichte Siemens die Gründung der seit längerem von Wissenschaftlern geplanten Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, indem er neben dem Charlottenburger Polytechnikum ein Areal dafür erwarb und stiftete.
In Anerkennung seiner Verdienste um Wissenschaft und Gesellschaft wurde Siemens durch Kaiser Friedrich III. 1888 in den Adelsstand erhoben. Am 6. Dezember 1892 erlag Werner von Siemens in Berlin einer Lungenentzündung.
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