Schneller saniert Varta einigt sich mit weiteren Gläubigern

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der angeschlagene Varta-Konzern kann melden, sich mit der nächsten Gruppe von Gläubigern geeingt zu haben.

Der Ellwanger Batteriespezialist Varta kann vielleicht aufatmen, denn man hat sich als Sanierungsfall mit den nächsten Gläubigern geeinigt. Wenn alles so läuft, wie jetzt geplant werden kann, ist zum Jahresende die Misere vom Tisch.(Bild:  Varta)
Der Ellwanger Batteriespezialist Varta kann vielleicht aufatmen, denn man hat sich als Sanierungsfall mit den nächsten Gläubigern geeinigt. Wenn alles so läuft, wie jetzt geplant werden kann, ist zum Jahresende die Misere vom Tisch.
(Bild: Varta)

Das Sanierungsverfahren beim in die Bredouille geratenen Batteriekonzern Varta hat eine weitere Hürde genommen, wie es heißt. Die Entscheider haben demnach lange verhandelt und nun auch eine Lösung mit den Schuldscheindarlehens-Gebern gefunden, kommentiert der Konzernchef Michael Ostermann. Er rechne nun damit, dass die Gläubiger dem Konzept nun mehrheitlich zustimmen werde. Das ermögliche ein deutlich schnelleres und einfacheres Sanierungsverfahren. Ostermann zufolge stehen jetzt fast alle von der Sanierung betroffenen Gruppen mehrheitlich hinter dem Mitte August verkündeten Konzept. Nur die Kleinaktionäre murren, wie es weiter heißt. Das überrasche aber nicht, denn sie sollen aus dem Unternehmen gedrängt werden. Dann droht ihnen der Totalverlust ihrer Investition. Anlegerschützer haben bereits Widerstand angekündigt. Ihre Interessen könnten im Rahmen des Verfahrens nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) jedoch ausgehebelt werden. Im Wesentlichen sieht das Konzept weiterhin einen Schuldenschnitt und die Verlängerung von Krediten vor.

Varta wartet auf frisches Geld von Porsche und anderen

Die Verbindlichkeiten des Konzerns von fast einer halben Milliarde Euro sollen so auf rund 230 Millionen Euro verringert werden. Damit falle der Schuldenschnitt um 30 Millionen Euro geringer aus als noch im August geplant. Frisches Geld soll nach wie vor unter anderem der Einstieg des Sportwagenbauers Porsche und Darlehen der Gläubiger bringen. Der Zeitplan nimmt auch weiter Form an. So soll nach Zustimmung aller notwendigen Parteien der Restrukturierungsplan in der ersten Oktoberwoche – spätestens aber Mitte Oktober – beim zuständigen Sanierungsgericht eingereicht werden. Ostermann habe immer noch die Hoffnung, dass das Verfahren dann Ende des Jahres abgeschlossen sein könnte. Längstens dauere es bis Ende Januar. Läuft alles wie geplant, soll das Sanierungskonzept die Finanzierung der Varta AG bis Ende 2027 sicherstellen. In der Verwaltung sollen dann auch Stellen gestrichen werden. Varta hatte das vorinsolvenzliche Verfahren im Juli angemeldet. Danach stürzten natürlich der Aktienkurs ab.

Das Batteriegeschäft bei Varta leidet schon länger

Der Batteriekonzern Varta steckt bekanntlich schon länger in der Krise, weil die Geschäfte nicht mehr rund laufen. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen (zum Beispiel für Kopfhörer) etwa schwanke stark. Auch Varta litt zuletzt an der Billigkonkurrenz aus China. Zu allem Überfluss hatten Hacker im Februar die Computersysteme des Unternehmens attackiert und die Produktion wochenlang lahmgelegt. Aber auch Managementfehler sind zu erwähnen, wie es weiter heißt. In den ersten neun Monaten 2023 hatte Varta mit seinen rund 4.000 Angestellten rund 554 Millionen Euro Umsatz gemacht. Aktuellere Geschäftszahlen gibt es wegen des Hackerangriffs nicht. Der Geschäftsbericht 2023 wird Ende Oktober erwartet und Angaben zum ersten Quartal 2024 sind für November angekündigt.

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