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Laut VDMA Baden-Württemberg setzten die Betriebe bis zum Sommer 2009 die Möglichkeiten der Mitarbeiterqualifizierung in Kurzarbeit eher selten ein. Hat sich dies in der zweiten Jahreshälfte geändert?
Kapp: Natürlich hat es eine Weile gedauert, bis die passenden Weiterbildungskonzepte ausgearbeitet waren und angelaufen sind. Ich kenne jedoch eine ganze Reihe von Werkzeugmaschinenanbietern, die sich selbst als Weiterbildungsanbieter im Sinne der Kurzarbeiterqualifizierung zertifiziert und insbesondere ihren Kunden entsprechende Angebote gemacht haben. Größter Hemmschuh war wie immer die deutsche Bürokratie, die auch regional sehr unterschiedlich gehandelt hat.
Unternehmen wie BMW und Daimler verlagern die Produktion in den Dollarraum, um die Folgen des starken Euros zu vermindern. Wird es auch im Maschinenbau zu einer neuen Welle von Produktionsverlagerungen kommen?
Kapp: Grundsätzlich bauen Werkzeugmaschinenunternehmen ihre Auslandsproduktion mit Augenmaß in den Märkten auf, die florieren und in denen ihre Kunden präsent sind. Beispiel ist die internationale Automobilindustrie, die in den 80er Jahren deutsche Werkzeugmaschinenhersteller nach Südamerika und im vergangenen Jahrzehnt nach China gezogen hat. Dies wird sich nach meiner Überzeugung auch in Zukunft so fortsetzen. Gleichwohl können Unternehmen, die bereits Produktionsstandorte im Dollarraum haben, dem Höhenflug des Euro viel flexibler begegnen als andere. Das hilft ihnen in den jetzigen schwierigen Zeiten natürlich sehr.
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