Werkzeugmaschinen Verjüngungskur macht altes Bohrwerk fit für Anforderungen in der Instandhaltung
Alter alleine ist noch kein Grund, eine Werkzeugmaschine abzuschreiben. Einen Beweis dafür liefert ein fast 40 Jahre altes Wotan-Bohrwerk, das bei der Business Unit Mechanical Drives
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Alter alleine ist noch kein Grund, eine Werkzeugmaschine abzuschreiben. Einen Beweis dafür liefert ein fast 40 Jahre altes Wotan-Bohrwerk, das bei der Business Unit Mechanical Drives der Siemens AG in Herne eine zentrale Rolle spielt (Bild 1). Um kurzfristigen Service leisten zu können und damit unnötige Stillstandszeiten bei den Kundenanlagen zu vermeiden, ist eine hohe Flexibilität in der servicebezogenen Fertigung erforderlich. Dazu braucht es geeignete Maschinen, die manchmal so gut wie vom Markt verschwunden sind. Das war einer der Hauptgründe, das Wotan-Bohrwerk zu retrofitten und so wieder auf den aktuellen technischen Stand zu bringen.
Geeignete Bohrwerke sind nicht mehr erhältlich
Für die Fertigung im Service-Werk in Herne, das aus früheren Zeiten unter dem Namen Flender bekannt ist, gibt es keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu der Werkzeugmaschine. Sie wird bei der Instandsetzung von Getrieben aus aller Welt verwendet, vom handlichen kleinen Getriebe bis hin zu Großgetrieben (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Nicht immer kommt ein komplettes Großgetriebe in die Werkshallen, in denen auch Ersatzteile wie Wellen, Stirnräder oder Zahnräder präzise gefertigt werden müssen.
Weil es immer um Einzelfertigung geht, sucht man rund um die Uhr laufende Bearbeitungszentren in den Werkshallen vergeblich. Im Gegenteil, der Maschinenpark ist mehrheitlich konventionell und vergleichsweise alt, aber in Top-Zustand und zum Teil modernisiert. Die Gründe dafür liegen in der Stabilität der alten Gestelle und der damit verbundenen Präzision sowie in den mit diesen Maschinen realisierbaren, vergleichsweise niedrigen Stückkosten.
Nicht zuletzt war die hohe Flexibilität, die die Fertigung von Einzelwerkstücken verlangt, ein wichtiges Kriterium für die Aufarbeitung des Bohrwerks. Mit ihm lassen sich Werkstücke zwischen 20 kg und 10 t aufspannen und hochpräzise bearbeiten (Bild 3). Eine vergleichbare Neumaschine gab es auf dem Markt nicht und eine gute Gebrauchte war zu akzeptablen Konditionen nicht zu beschaffen.
Hohe Flexibilität sprach für Bohrwerk-Retrofit
Das 32 t schwere Tischbohrwerk des Baujahrs 1970 war zu dem Zeitpunkt, als die Überholungs- und Modernisierungsentscheidung fiel, bereits seit mehreren Monaten außer Betrieb. Eine ungewöhnliche Ursache ließ keine Fertigung mehr zu: Die Werkzeugmaschine stand schief und die Möglichkeiten der Nivellierung waren erschöpft.
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