Offshoring

Verlagern von Dienstleistungen ins Ausland ist kein Selbstläufer

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Versteckte Kosten des Offshoring werden nicht gesehen

Die Konsequenzen lassen in den meisten Fällen nicht lange auf sich warten: Nacharbeiten und versteckte zusätzliche Steuerungs- und Kommunikationskosten. Um diesen Überraschungen vorzubeugen, würde sich der Einsatz des Controllings anbieten. In einigen Unternehmen beschäftigt sich das Controlling aktuell jedoch gar nicht mit dem Offshoring. In den Expertenbefragungen gab es kein Anzeichen dafür, dass vor der Verlagerungsentscheidung eine Plausibilitätskontrolle durchgeführt wird. Offensichtlich glaubt man, die Kosten bereits durch die vertragliche Gestaltung, zum Beispiel Fixpreisverträge, im Griff zu haben – ein Trugschluss, wie sich häufig zeigt.

Die versteckten Kosten der Offshoring-Aktivitäten werden nur unzureichend in den Unternehmen abgebildet, so dass über die tatsächlichen Ersparnisse des Offshoring aktuell nur spekuliert werden kann. Dazu Michael Brandau von der Technischen Universität Dortmund: „Da Controllingstrukturen fehlen, können die Unternehmen nicht genau feststellen, welcher Teil der Einsparungen durch Kommunikationsprobleme und die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten wieder zu Nichte gemacht wird.“

Betriebswirtschaftliche Vernunft bleibt oft auf der Strecke

Von den niedrigen Lohnkosten im Ausland euphorisiert, scheinen einige Unternehmen die kaufmännische Vorsicht zu vernachlässigen. Ohne fundierte Informationen wird die Reise ins Ausland schnell zum Blindflug. Keine Wunder also, dass manche Unternehmen beim Offshoring unangenehme Überraschungen erleben. Mögliche Kommunikationsprobleme und dadurch verursachte versteckte Kosten sollten schon im Vorfeld der Verlagerung auf den Radarschirmen der Unternehmen erscheinen und in Planungsrechnungen einbezogen werden.

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