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Messtechnik Verzahnungen mit Lasertechnik schneller Messen

| Redakteur: Udo Schnell

Ein neues Messsystem verbindet die Möglichkeiten des klassischen taktilen Messens mit der Lasermesstechnik. Mit dem System können konventionelle Verzahnungsdaten überprüft werden, aber auch Zahnflanken berührungslos gescannt werden.

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Die Integration eines Lasers erweitert die Funktionalität und das Anwendungsspektrum eines Verzahnungsmesssystems.
Die Integration eines Lasers erweitert die Funktionalität und das Anwendungsspektrum eines Verzahnungsmesssystems.
(Bild: Gleason)

Die Gleason Corporation hat in diesem Jahr zwei Analysesysteme für die Verzahnungsprüfung vorgestellt: das 300GMSL Multi-Sensor-Zahnradprüfsystem und das GRSL Zweiflanken-Wälzprüfgerät mit integrierter Lasertechnik.

Wie das Unternehmen mitteilt, bietet die Plattform des Gleason 300GMSL Verzahnungsmesssystems die klassische taktile Messung zum Überprüfen konventioneller Verzahnungsdaten an Gerad- und Schrägzahnrädern sowie Gerad-, Spiral- und Hypoidkegelrädern mit einem Durchmesser bis 300 mm. Darüber hinaus ermögliche das Messsystem das berührungslose Scannen von Zahnflanken mit einem Laser zur Unterstützung der Verzahnungsentwicklung. Umfassende Topographiedaten könnten wesentlich schneller als mit herkömmlichem taktilem Antasten erfasst werden – mit vergleichbaren Ergebnissen – abhängig von der Oberfläche der Verzahnung.

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Laserintegration erweitert das Anwendungsspektrum

Die Integration von Laserscannen und zugehörigen 3D-Grafiken mit CAD-Schnittstelle erweitert laut Gleason sowohl die Funktionalität als auch das Anwendungsspektrum dieser Maschinenplattform. Die Laser-Option mache das Messsystem zur geeigneten Lösung für Forschungs- und Entwicklungsanwendungen, sowohl für Prototypen als auch für Serienteile oder wenn ein Reverse-Engineering erforderlich ist. Weitere Optionen seien die Oberflächenrauheitsprüfung oder die Barkhausen-Rauschanalyse zur Prüfung auf Schleifbrand.

Das Verzahnungsmesssystem eignet sich den Angaben zufolge auch für das schnelle Messen der Verzahnungstopographie im regulären Produktionsbetrieb und erfüllt die immer strengeren Anforderungen an die Verzahnungsprüfung. Entsprechend könnten weiche Materialien (zum Beispiel Kunststoffzahnräder) ohne Beschädigung geprüft werden. Die Multi-Sensor-Technik in einer einzigen Maschinenplattform reduziere die Betriebskosten, die Kosten für die jährliche Wartung und die Kalibrierung und letztendlich den Platzbedarf.

Zahnradprüfung im Prozess

Das GRSL Zweiflanken-Wälzprüfgerät mit integrierter Lasertechnik ermöglicht das Prüfen von Zahnrädern im Prozess. Es setzt laut Gleason einen neuen Standard, wenn schnelle und großvolumige Prüfungen erforderlich sind. Es ermögliche sowohl die Zweiflanken-Wälzprüfung als auch die analytische Teilungs- und Profilmessung an allen Zähnen in Sekundenschnelle.

Diese neue Technik ist – je nach Kundenwunsch – in manueller, halbautomatischer oder vollautomatischer Konfiguration erhältlich. Die Teilungs- und Profilmessungen werden mit der Gama (Gleason Automated Measurement and Analysis) Software analysiert, welche Bedienern die gleiche Darstellung der Protokolle nach Industriestandard bietet, wie eine analytische Messung auf einer Verzahnungsmessmaschine, führt Gleason aus. Mit Gama stehen über fünfzig Analysepakete für Kunden mit allen wichtigen Industriestandards, beispielsweise Agma, DIN, ISO, sowie kundenspezifischen Richtlinien zur Verfügung, die speziell für die Gama-Plattform entwickelt wurden.

Dieses zum Patent angemeldete Design ist den Angaben zufolge beispiellos in puncto Prüfgeschwindigkeit und -fähigkeit. Es misst außenverzahnte Zahnräder mit einem Durchmesser bis 250 mm in einem Bereich von Modul 0.4 bis 7.2. Eine Ausführungsoption mit doppeltem Monitor bietet einen einfachen Überblick über die aktuellen Trends der nacheinander ausgeführten Messungen mit Hochgeschwindigkeit – während ein Monitor die Messergebnisse von mehreren hundert Werkstücken anzeigt, die über eine Zeitstrecke geprüft wurden, zeigt der andere Monitor die Ergebnisse des aktuellen Prüflings in Echtzeit an.

Alle GMSL- und GRSL-Systeme wie auch die gesamte GMS-Produktlinie sind in der Lage, Messdaten mittels der Closed Loop-Funktion zu exportieren. Die Closed Loop-Funktionalität wird seit vielen Jahren in der Kegelradproduktion eingesetzt und wurde vor einigen Jahren von Gleason für die Herstellung von Stirnrädern umgesetzt. Der geschlossene Regelkreis ermöglicht es einem Messsystem, Ergebnisse direkt an eine Gleason-Produktionsmaschine, zum Beispiel an eine Power Skiving Maschine, eine Wälzschleif- oder Honmaschine zu senden, um eine automatische Korrektur der Werkzeugmaschine ohne menschlichen Eingriff einzuleiten. MM

* Weitere Informationen: Stefanie Schwarz, Marketing Manager Europe, Gleason Sales, 71636 Ludwigsburg, sschwarz@gleason.com

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