Unternehmensführung

Videoanalysen helfen bei Produktivitätverbesserungen

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Die wesentlichen Stärken einer Video-Analyse sind:

  • Keine Störung der Produktion: Im Gegensatz zu MTM, REFA ebenso wie anderen analytischen oder Berateransätzen laufen keine Gruppen von „Weißkitteln“ mit Stoppuhren, Notiztafeln und andern Hilfsmitteln leise tuschelnd durch die Produktion. Stattdessen kann praktisch jeder Mitarbeiter, auch ohne intensive Schulung, mit einer handelsüblichen Videokamera den Produktionsprozess aufnehmen.
  • Festhalten der Realität: Die Videokamera zeigt, was tatsächlich abläuft, gegebenenfalls (zum Beispiel bei Maschinentakten) auch in Zeitlupe.
  • Wiederholbarkeit: Das Aufgezeichnete kann beliebig oft wiederholt werden. Gerade dies trägt in einer Gruppendiskussion entscheidend zum Erarbeiten einer gemeinsamen Lösung bei.
  • Seltene Prozesse sichtbar machen: Auch in der Optimierung von Rüstprozessen und anderen, unregelmäßig ablaufenden Vorgängen, liegt eine wesentliche Stärke der Videoanwendung. Gerade solche Prozesse sind of wenig optimiert; Potenziale von 50 bis 70% sind hier keine Seltenheit.
  • Langsame Prozesse sichtbar machen: Eine auf dem Ladungsträger montierte Webcam kann diesen beispielsweise über eine ganze Schicht begleiten. So können zuverlässige Daten über die tatsächliche Nutzung, Leerlauf- und Wartezeiten gewonnen werden. Dies ist dann oft die Basis für die Einführung grundlegend anderer Logistikprozesse, die sonst nur schwer zu verstehen sind. Diese grundlegenden Vorteile lassen sich zumindest im Prinzip mit den meisten Methoden zur Videoauswertung erschließen. Je länger und komplexer die Prozesse sind, umso schwieriger wird dies jedoch; Vergleichbarkeit und Geschwindigkeit der Analyse leiden.

Software kann Videos zur Produktivitätsverbesserung auswerten

Der Schlüssel zum optimalen Einsatz von Video zur Optimierung liegt in der nahtlosen Integration in eine spezielle Software. Anstatt das Video auf einem Bildschirm zu verfolgen und nun wieder zu Stoppuhr und Notizblock zu greifen, wird der Film per Speicherkarte oder Harddisk auf den Computer übertragen und dort im integrierten Medienspieler betrachtet.

Darum herum gruppieren sich abgestimmte Analyseprogramme, die im gegenseitigen Wechselspiel eine optimale Auswertung des Videos erlauben. Dabei sind folgende Auswertungen möglich:

  • Prozessanalyse: Eine geführte Analyse des Videofilms erlaubt die einfache Erstellung eines Prozessbaums. Damit wird der Produktionsprozess Schritt für Schritt dargestellt und kann bis hinunter zum einzelnen Handgriff oder - bei Maschinentakten - auf zehntel Sekunden genau zerlegt werden.
  • Vorgabezeiten: Eine aggregierte MTM-basierte Analyse erlaubt die einfache Zuordnung von Vorgabezeiten. Dabei wird auf eine statistisch validierte Grundmenge von nur sechs Bewegungstypen, variiert mit Merkmalen wie Streckung, Drehung oder Krafteinsatz operiert. Dennoch werden hier in aller Regel klassische MTM- oder REFA-Vorgabezeiten mit einer Abweichung von wenigen Prozent bei einem Bruchteil des Analyseaufwands reproduziert.
  • Klassifizierung der erbrachten Leistung: Ergebnis der Analyse ist die quasi automatische Klassifizierung in Wertschöpfung, Unterstützungsleistung und Fehlleistung sowie Wartezeiten mit entsprechender farblicher Zuordnung. Ebenso werden unergonomische Verhaltensweisen farblich markiert.
  • Direkte Optimierung: Vom Ist-Prozess zum Soll gelangt der Mitarbeiter oder die Arbeitsgruppe direkt durch Betrachtung der schon optisch als nicht-optimal gekennzeichneten Arbeitsschritte. So ist eine Streckung bei der Materialentnahme nicht nur unergonomisch, sondern dauert auch länger und ist gegebenenfalls fehleranfälliger. Das Mitarbeiterinteresse nach einer möglich einfachen und wenig anstrengenden Arbeitsweise wird von der Software Avix voll unterstützt; ein optimierter Prozess ist in aller Regel auch ergonomisch der beste und bringt regelmäßig konstante Qualität.
  • Optimierung von Maschinentakten: Auch die Standardprogrammierung von Maschinen ist in aller Regel nicht optimiert. Maschinen fahren automatisch in Ausgangspositionen zurück während sie, bei heutiger Genauigkeit, die Werkzeuge deutlich näher am Werkstück halten könnten. Öffnungsbacken könnten schließen, während der Halter noch zurückfährt und anderes. Nicht nur weil Maschinenzeiten immer noch oft Wartezeiten sind, haben sich in der Praxis auch hier erhebliche Potentiaze von 10% und mehr ergeben.
  • Austaktung: Die detaillierte Analyse eines Fertigungszentrums oder einer Fertigungslinie erlaubt es, Arbeitsinhalte zunächst virtuell von Station zu Station zu verlagern, und so verschiedenste Varianten zur optimalen Austaktung zu testen. Kommt es zur Implementierung, erzeugt Avix automatisch die neuen, bebilderten Arbeitsanweisungen.

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