ABB Automation Virtuelle Grenzen für den Roboter

Redakteur: Rüdiger Kroh

Im Mittelpunkt des Messeauftrittes von ABB auf der Automatica stand die Mensch-Roboter-Interaktion. „Die Grenzen zwischen automatisierten und Handarbeitsplätzen werden verschwimmen“, prognostiziert Christoph Winterhalter, Leiter Roboterautoma-tion & Produkte bei der ABB Automation GmbH. Eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter sei immer wichtiger.

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Dafür biete ABB die Software-Funktionen Safe-Move und Soft-Move an. „Damit werden dem Roboter virtuelle Grenzen gesetzt“, erklärt Winterhalter. Safe-Move besteht aus der Software und einer in die Robotersteuerung integrierten elektronischen, zweikanaligen Sicherheitssteuerung. Das System umfasst elektronische Positionsschalter, eine sichere Geschwindigkeitsüberwachung, den überwachten Stillstand des Roboters und kartesisch überwachte Zonen mit der Orientierung von Werkzeugen sowie einem integrierten Bremsentest.

Die Features von Safe-Move reduzieren den sonst erforderlichen Aufwand für konventionelle Sicherheitsausrüstungen, betont ABB. So drosselt das System bei Bedarf die Geschwindigkeit des Roboters auf einen Wert, bei dem Menschen gefahrlos im Arbeitsbereich des Roboters arbeiten können, oder bis hin zum sicheren Stillstand – etwa für einen Beladevorgang. Bei Bedarf stoppt der Roboter seine Bewegung.

Steifigkeit des Roboters wird nur in einer kartesischen Richtung auf weich gestellt

Die Funktion Soft-Move stellt die Steifigkeit des Roboters in der gewünschten kartesischen Richtung auf weich, hält sie jedoch in den anderen Richtungen aufrecht. Dies vermeidet zusätzliche Einrichtungen zwischen Roboterflansch und Werkzeug oder das Programmieren spezieller Abläufe. Soft-Move gleicht auch Änderungen und Toleranzen an Werkzeugen, Maschinen und Einrichtungen aus.

Den Marktanteil von ABB in Deutschland beziffert Heinz Gerteiser, Regional Division Manager Robotics für Zentraleuropa, auf 14%. Ohne Berücksichtigung der Automobilhersteller läge man über 30%. „Damit sind wir auf Augenhöhe mit Kuka, das bei den OEMs dominiert“, so Gerteiser.

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