Montagetechnik Visuelle Assistenzsysteme in der Montage verhindern Ausfälle

Autor / Redakteur: Dirk Berndt und Steffen Sauer / Rüdiger Kroh

Ohne Anleitung ist es schwer, komplexe Spannmittel zusammenzubauen. Anweisungen auf Papier helfen im Produktionsprozess aber nur wenig. Visuelle Assistenzsysteme sind dort ein großer Fortschritt. Mitten im Arbeitsprozess können sie Monteure in Echtzeit anleiten und Ergebnisse prüfen. Das spart Zeit und verhindert Produktionsausfälle.

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Visuelles Assistenzsystem für einen Arbeitsplatz zur Bestückung von Wechselpaletten. Im Vordergrund ist die drehbar gelagerte Bauteilaufnahme, im Hintergrund die Visualisierung auf Bildschirmen mit Kameraüberlagerung und CAD-Darstellung zu sehen. (Bild: Kolbus)
Visuelles Assistenzsystem für einen Arbeitsplatz zur Bestückung von Wechselpaletten. Im Vordergrund ist die drehbar gelagerte Bauteilaufnahme, im Hintergrund die Visualisierung auf Bildschirmen mit Kameraüberlagerung und CAD-Darstellung zu sehen. (Bild: Kolbus)

Ob bei der Fertigung von Kleinserien, beim Bau von Prototypen oder insbesondere bei der Durchführung komplexer Montage- und Justierarbeiten – der Mensch ist mit seinen kognitiven Fähigkeiten zur Problemlösung und seiner Flexibilität automatisierten Systemen noch immer überlegen. Im Nachteil ist er jedoch dann, wenn es um Konzentrationsfähigkeit oder Präzision geht. Zum Beispiel hat er beim korrekten, millimetergenauen Ausrichten von Bauteilen schnell eine höhere Fehlerquote.

In der Montage können zu spät erkannte Fehler aber zu einer hohen Ausschussrate führen. Auch in anderen Bereichen sind die Folgen kostspielig. In der CNC-Bearbeitung etwa verursachen falsch montierte Spannsysteme auf Wechselpaletten schnell einen Defekt an der Maschine, was schlimmstenfalls zu einem langwierigen Stillstand führen kann.

Visuelles Assistenzsystem liefert Hilfestellung und Qualitätskontrolle

Bei der Kolbus GmbH, einem Hersteller von Buchbindereimaschinen, werden bei einem der vielen Produktionsschritte Rohteile mit CNC-Bearbeitungszentren zu fertigen Bauteilen bearbeitet. Für jedes Rohteil muss ein Werker eine spezielle Bauteilaufnahme – ein Spannsystem – aus Standardkomponenten manuell zusammenbauen. Der Aufbau dieser Spannsysteme erfolgt auf Wechselpaletten (Bild 1).

Nach der Montage werden die zu bearbeitenden Rohteile in dieses System eingespannt und alles zusammen in die CNC-Maschine zur Bearbeitung transportiert.

Bislang bauten die Werker die Spannsysteme anhand von Fotos nach. Als Vorlage dienten Screenshots der digitalen Baupläne. Eine Kontrolle, ob das Spannsystem korrekt aufgebaut war, gab es nicht. In einem Probelauf musste man vorsichtig prüfen, ob die Maschine nicht mit dem Spannsystem kollidiert. Eine Kollision würde im schlimmsten Fall sogar den Totalausfall der Maschine bedeuten.

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