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Virtuelles Modell in den Maschinenpark des Kunden einfügen
Digitale Modelle kommen auch bei Assistenzsystemen von Schuler zum Einsatz. Die Smartphone-App Smart Assist unterstützt den Kunden beim Einrichten von Pressen, indem sie dabei hilft, die kritischen Punkte zu ermitteln und die Bewegungskurven von Stößel und Transfer automatisch berechnet.
Funktioniert die Maschine inklusive aller Zuführungen und Abtransporte, dann muss sie nur noch beim Kunden in die Fabrikhalle passen. Dafür hat sich zum Beispiel Trumpf ein Augmented-Reality-Tool entwickeln lassen, das das 3D-Modell der Trumpf-Anlage in der Umgebung beim Kunden im Maßstab 1:1 visualisiert. So lassen sich Fehlplanungen reduzieren. Diese Technik lässt sich jedoch nicht nur im Maschinenbau einsetzen, sondern ist ein recht universelles Verkaufsinstrument, das dem potenziellen Kunden „Geschmack“ auf ein neues Produkt macht. Lego nutzt Thingworx von PTC, um über Augmented Reality die Produkte aus dem Lego-Katalog und die entsprechende Smartphone-App zum Leben zu erwecken.
3D-Scanner erstellt 3D-Modell einer Produktinslinie
In der Automobilproduktion funktioniert das zum Teil umgekehrt, die Maschinen sind schon vorhanden: Durch häufige Modellwechsel und dadurch pro Modell geringere Stückzahlen muss die Produktion flexibler werden – und damit auch die Produktionslinie. Deshalb arbeitet Prof. Dr. Andreas Nüchter vom Institut für Informatik der Universität Würzburg in einem Projekt der Volkswagen AG an der Digitalisierung von Fertigungsstraßen zur Vorbereitung eines Modellwechsels. Ein 3D-Scanner erfasst die Fertigung im laufenden Betrieb und anhand der virtuellen Produktionslinie wird letztendlich simuliert, wie die Fertigungsstraße für die Herstellung des neuen Modells umgebaut werden muss.
Im Zuge von Industrie 4.0 bieten sich aber noch weitere Möglichkeiten, die Informationen und Daten des Maschinen- oder Anlagenmodells zu nutzen. Beispielsweise lässt sich das 3D-Modell mit realen Anlagendaten verknüpfen. Das Unternehmen Systema Systementwicklung Dipl.-Inf. Manfred Austen GmbH aus Dresden hat zum Beispiel ein vollautomatisiertes 3D-Fabrikmodell entwickelt, das alle Prozesse einer typischen Produktionsumgebung abbildet: Anlagenintegration, Prozessautomatisierung und auch Predictive Maintenance. Damit ist nicht nur die intelligente Steuerung der Fabrik möglich, ein solches Modell reduziert auch Kosten und Aufwand. Die virtuelle Fabrik liefert die detailgetreue Simulation von Prozessen einer typischen Produktionsumgebung in Echtzeit. Eine intelligente Steuerung kann interne Abläufe beeinflussen und neue Steuerungslogiken testen – vorab und virtuell. In Zukunft soll die industrielle Fertigung durch Augmented Reality erweitert werden. Systema will damit entfernte Produktionsstandorte zentral von einem Punkt aus steuern oder Maschinendaten direkt in das Sichtfeld des Betrachters projizieren.
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