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Digitale Anlagenüberwachung im virtuellen Umfeld
Ähnliche Möglichkeiten bieten sich bereits heute mit Vuforia, der Augmented-Reality-Plattform von PTC. Über die Anwendung Thingworx Studio eröffnen sich für Industrieunternehmen ganz neue Möglichkeiten: Es lassen sich beispielsweise ohne Programmierkenntnisse virtuelle Umgebungen erstellen, in die 3D-CAD-Modelle, Daten aus Unternehmenssystemen, Textanweisungen, Animationen und Live-Sensordaten integriert werden. PTC selbst spricht von „Erlebnissen“, die daraus geschaffen werden können, mithilfe derer Benutzer Produkte in einer intelligenten, vernetzten Welt besser entwickeln, warten und bedienen können.
Ein Beispiel zeigten Ian Fountain von National Instruments und Enrique Herrera von Osisoft auf der PTC Liveworx 2016 anhand einer Flowserve-Pumpenanwendung. Eine solche Anlage ist häufig in kritischen Bereichen installiert, wo Ausfälle große Schäden anrichten können – beispielsweise in Pipeline-Anwendungen, zur Minenentwässerung, in der Petrochemie oder in der Geothermie. Die Demoanwendung wurde zusätzlich mit Sensoren zur Datenerzeugung und einem High-Performance-Computer zur Datenanalyse versehen. Über die selbstlernende Plattform Thingworx Analytics werden die Daten automatisch ausgewertet und auf einem Dashboard ausgegeben. Das System weiß, wann der Maschinenzustand in Ordnung ist, in welcher Zeitspanne ein Problem auftreten könnte und meldet in Echtzeit tatsächliche Fehler. Muss schließlich ein Wartungstechniker ausrücken, nutzt er das virtuelle Modell der Anlage über die App auf seinem Tablet und erhält darüber die Maschinendaten sowie Informationen zu Wartung und Reparatur.
In der virtuellen Welt die Gesundheit der Patienten fördern
Einen etwas anderen Weg zeigt Dassault Systèmes im Rahmen des „Living Heart Project“, in dessen Mittelpunkt das weltweit erste realistische 3D-Simulationsmodell eines vollständigen menschlichen Herzens steht, das mit den Simulationsanwendungen der 3D-Experience-Plattform entwickelt wurde. Hintergrund des Projektes ist: 30 % aller Todesfälle weltweit werden durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht. Eine individuelle Diagnose und Behandlung könnte die Eindämmung der Erkrankungen voranbringen, aber ein dafür nötiges realistisches 3D-Modell des Menschen ist nicht vorhanden. Deshalb können Forscher das Verhalten des Menschen in der Interaktion mit medizinischen Instrumenten und Geräten nur eingeschränkt vorherbestimmen. Über ein personalisiertes, virtuelles 3D-Modell soll es möglich sein, zu simulieren, wie das Herz eines Patienten auf ein breites Spektrum von Eingriffen anspricht. Das würde sowohl den Patienten als auch dem medizinischen Fachpersonal viele Unsicherheiten ersparen.
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