„Mehr Effizienz im Presswerk“ Von den Details bis zum großen Ganzen

Von M. A. Benedikt Hofmann 4 min Lesedauer

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Bei der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ von Blechnet und MM Maschinenmarkt Mitte Juni wurden neben neue Entwicklungen auch die Potenziale der Digitalisierung und aktuelle Forschungsprojekte diskutiert.

Impressionen der 4. Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ am 15. Juni 2023 in Würzburg.(Bild:  VCG/Stefan Bausewein)
Impressionen der 4. Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ am 15. Juni 2023 in Würzburg.
(Bild: VCG/Stefan Bausewein)

Natürlich machen die derzeitigen Megatrends von KI bis Nachhaltigkeit auch vor Presswerken nicht halt. Daher fanden sich diese auch auf dem Programm der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“, die am 15. Juni 2023 in Würzburg stattfand. So wurde Effizienz nicht nur in ihrer produktiven Dimension, sondern beispielsweise auch im Hinblick auf Energieverbrauch betrachtet. Mehr als 100 Besucher informierten sich zusätzlich über neue Produkte und Ideen der Partner und Aussteller Aida, Elunic, Sander Automation, Eckardt, Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau (ICM), IT Engineering, Millutensil, Raziol und Steinel.

Fehlererkennung und Qualitätssicherung

Energieeffizienz war dann auch direkt Thema beim ersten Vortrag des Tages. Stefan Hildebrandt von der Maschinenfabrik Lauffer zeigte, wie servo-hydraulische Antriebstechnik bei Tiefziehprozessen für Energieeinsparungen sorgen kann. Dabei stellte er die neue Lösung und konventionelle Antriebe einander gegenüber und ging offen auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten gegenüber.

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Ein weiteres wichtiges Thema der Veranstaltung, mit dem sich mehrere Referenten beschäftigten, waren Fehlererkennung und Qualitätssicherung. Michael Möller von gbo datacomp zeigte beispielsweise, wie das Modul Quality-Data-Modul – QDM, das als Add-on einen MES Prozesse online überwacht, um Prozess- und Produktrisiken zu vermeiden, noch bevor sie auftreten, ganz im Sinne der Predictive Quality. Wie KI bei der Fehlererkennung helfen kann, zeigte Tobias Hagl von Elunic. Dabei ging er auch darauf ein, wie Industrieunternehmen am besten mit künstlicher Intelligenz in ihrer Produktion starten.

Die Zustandsüberwachung von Aufspannplattenverformungen und Stößelverlagerungen unter Last stand bei Georg Ivanov vom ICM – Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau im Mittelpunkt. Hierzu hat sein Institut ein kostengünstiges und dennoch präzises Messsystem entwickelt, welches Verformungsmessungen an Umformpressen mit einer Genauigkeit < 10 µm zulässt.

Genaue Analyse der Prozessdaten

Daten beschäftigten auch Wolfgang Wiedenmann von Andritz Kaiser und Jörg Stahlmann von Consenses. Wiedenmann zeigte, wie wichtig die genaue Analyse der Prozessdaten von Stanz- und Umformautomaten und deren Einfluss auf die Presse ist, um die Qualität der produzierten Bauteile und die Lebensdauer der Maschine hochzuhalten. Stahlmann ging im Anschluss auf die hinter dem System von Andritz Kaiser liegende digitale Lösung ein. Außerdem beschrieb er, mit welchen Werkzeugen und Vorgehensweisen große, mittlere und kleine Unternehmen das neue Wissen aus der Datenerfassung ableiten und Erfolge generieren können.

Wie die Digitalisierung zu mehr Transparenz, besseren Prozessen und höherer Anlagenverfügbarkeit führt, zeigte Jonas Schmid von Dieffenbacher. Das Unternehmen bietet zusätzlich zu seiner Maschinentechnik mit Evoris eine leistungsfähige Digitalisierungsplattform für einzelne Maschinen bis hin zu komplexen Gesamtanlagen. Schmid zeigte anhand einer Warmformlinie, wie Evoris mittels KI-Algorithmen eine gleichbleibende Qualität sicherstellt und die Nachhaltigkeit von Anlagen erhöht.

Natürlich ging es aber auch um anfassbare Technik. Unter anderem wurde vorgestellt, welche Vorteile die Transfertechnik haben kann. Dieses Thema beleuchteten Christoph Welle von Kiwi-Automation und Juan José Sánchez Alonso von Misati aus unterschiedlichen Perspektiven.

Schwerpunkt Werkzeug

Den auf die Werkzeuge fokussierten Teil der Veranstaltung eröffnete Robin Kurth vom Fraunhofer-IWU. Er präsentierte eine neue Möglichkeit, wie künftig eine wissensbasierte Berücksichtigung der Presseneigenschaften bei der Wirkflächengestaltung realisiert werden kann, ohne Expertenwissen für aufwendige Simulationen.

Richard Stauder von Stauder Forming Experience zeigte, wie die SMED-(Single Minute Exchange of Dies)-Methode höhere Produktivität möglich macht – ohne höheren technischen Aufwand oder gar einer hektischeren Art zu arbeiten. Und Vinzenz Müller vom Fraunhofer-IPK stellte das Scangineering vor. Es setzt auf das additive Fertigungsverfahren Laser-Powder Directed Energy Depositon (LP-DED) in Kombinationen mit intelligenten Reverse-Engineering-Ansätzen und bietet die Möglichkeit, Bauteile materialschonend und effizient zu reparieren.

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Neue VDI-Richtlinie 3382

Einen besonderen Vortrag steuerten Stefan Wagner und Ingo von Wurmb bei. Sie präsentierten als Vertreter der zuständigen Arbeitsgruppe die neue VDI-Richtlinie 3382 „Herstellung von Presswerkzeugen für Aluminiumblechteile und Fertigung von Aluminiumblechteilen“. Außerdem warben sie unter den Teilnehmern für die ehrenamtliche Mitarbeit in den Arbeitsgruppen des VDI.

Zum Abschluss des spannenden Tages kam nochmals die Forschung zu Wort. Andreas Hofmann vom Fraunhofer-IPM präsentierte, wie die Reinheits- und Beschichtungsprüfung in Bewegung zu 100 Prozent gelingen kann.

Die mittlerweile abgeschlossene Umfrage unter Teilnehmern und Ausstellern zeigte, dass alle Beteiligten mit der Veranstaltung außerordentlich zufrieden waren. Dies trifft sowohl auf die Gestaltung des Programms als auch auf die Organisation des Events zu.

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