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Von der PC-Steuerung zur Werkzeugmaschinensteuerung

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Mittlerweile gibt es Mehrkern-Prozessoren. Werden diese auch in der CNC-Technik eingesetzt?

Saueressig: Ja, die Nutzung neuester Prozessorgenerationen ist einer der großen Vorteile der PC-basierten Steuerungstechnik. Dies hat zur Folge, dass die Maschinensteuerung, neben der klassischen PLC, Motionsteuerung, CNC und Visualisierung, zusätzliche Aufgaben übernehmen kann, wie zum Beispiel Sicherheitstechnik, Messtechnik, Condition Monitoring oder Roboterfunktionalität. Die Core-Duo-Prozessoren sind schon seit Jahren unsere leistungsfähigsten Prozessoren.

Die neuen PC-Baureihen liefern wir optional mit Quad-Core-CPU aus. Der Multicore-Support ist ein wesentliches Feature von Twincat 3, unserer neuesten Softwaregeneration. Damit lassen sich dann die unterschiedlichen funktionalen Steuerungsmodule optimal auf verschiedene Rechnerkerne aufteilen. Diese Technik steht damit auch für unsere CNC-Lösungen zur Verfügung.

Wie hat sich denn die CNC-Technik stückzahlenmäßig bei Beckhoff in den vergangenen Jahren entwickelt?

Saueressig: 2003 stellten wir das erste Mal auf der EMO aus und verkauften in diesem Jahr etwa 400 CNC. 2010 haben wir etwa 4000 Steuerungen produziert und wir denken, dass wir im EMO-Jahr 2011 circa 5000 Steuerungen ausliefern werden.

Was erwarten Sie von der EMO 2011?

Saueressig: Für uns ist die EMO dieses Jahr strategisch wichtig, weil wir den Bereich Werkzeugmaschinen verstärkt angehen wollen. CNC-Steuerungen von Beckhoff haben sich in vielen Branchen, von der Holzbearbeitungs- bis zur Plasmaschneidmaschine, bewährt. Nun gilt es, den Werkzeugmaschinenmarkt zu erobern, indem wir uns, als Alternative zu den klassischen CNC-Anbietern, mit unserer leistungsfähigen, PC-basierten Lösung positionieren. Bei klassischen WZM-Bearbeitungsarten sind wir mit unserer PC-Control-Technologie eher unterrepräsentiert. Über die EMO wollen wir diese weiter erschließen.

Oft sind es bei den klassischen Werkzeugmaschinen die Anwender, die entscheiden, welche Steuerung sie haben wollen. Wie wollen Sie diese dazu bringen, eine Beckhoff-CNC zu nehmen und keine von Heidenhain, Fanuc oder Siemens?

Saueressig: Die Anwender müssen wir durch die Leistungsfähigkeit, Zukunftssicherheit und Wirtschaftlichkeit unserer CNC-Lösung überzeugen. Das geht aber nur, wenn wir gleichzeitig auch die Maschinenhersteller davon überzeugen, und da sind wir aktuell auf einem sehr guten Weg. Aber grundsätzlich hat Beckhoff bereits als Hersteller von Automatisierungstechnik auch bei den Anwendern, wie beispielsweise der Automobilindustrie, einen sehr guten Namen.

Helfen Ihnen da nicht die leistungsfähigen Feldbusse von Beckhoff?

Saueressig: Ja, Ethercat hilft uns, da die Automobilindustrie beispielsweise im Bereich der Prüfstände inzwischen häufig Ethercat als Feldbus empfiehlt oder sogar vorschreibt. Dort haben wir mit Ethercat einen „Türöffner“, um in andere Bereiche hineinzukommen, in denen wir auch unsere CNC-Lösungen entsprechend platzieren können.

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