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CNC

Von der PC-Steuerung zur Werkzeugmaschinensteuerung

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Schuler als Pressenhersteller nutzt Ihre Steuerung bei Pressen in der Automobilindustrie. Wie hat Ihnen das geholfen?

Saueressig: Im Bereich der Pressen sind wir in der Automobilindustrie sehr gut vertreten. Es gibt aber meistens eine klare Trennung zwischen den Presswerken für die Karosseriefertigung und den Powertrain-Werken, in denen hauptsächlich spanend bearbeitet wird. Hier herrschen oftmals unterschiedliche Steuerungsphilosophien. Da schadet es nicht, wenn man in den Presswerken gut vertreten ist, aber es hilft nicht automatisch zum Einsatz in der Motorenfertigung. Das funktioniert so nicht.

Wie wollen Sie mit Soft-CNC die Zerspaner auf der EMO überzeugen?

Saueressig: Wir wollen auf der diesjährigen EMO die Vorzüge unseres kompletten Automatisierungssystems herausstellen. Im Vergleich zur vergangenen EMO haben wir unser Produktspektrum im Bereich der Antriebs- und der Sicherheitstechnik vervollständigt. Das bedeutet, wir treten nun als Komplettanbieter von CNC- und Antriebssystemen an.

Ein Schwerpunkt der Messepräsentation ist die Softwaregeneration Twincat 3. Sie ist, was den Bereich softwarebasierter Automatisierungssysteme angeht, sicher das modernste System, das sie am Markt bekommen. Mit Twincat 3 steht dem Anwender eine modulare, Multicore-fähige Steuerungsarchitektur mit hohem Integrationsgrad für PLC-, Motion- und CNC-Funktionalitäten zur Verfügung.

Die Mehrkanalarchitektur von Twincat CNC mit der Möglichkeit zum flexiblen Tausch von Achsen und Spindeln bietet die notwendige Flexibilität, um unterschiedliche Funktionen auf einer Maschine zu realisieren. Die Engineeringplattform von Twincat 3 ist vollständig in das Visual Studio von Microsoft integriert.

Mit diesem Framework ergeben sich erweiterte Programmiermöglichkeiten: Neben den objektorientierten Erweiterungen der IEC 61131-3 stehen in Twincat 3 auch die Sprachen der IT-Welt, C und C++, zur Verfügung. So lässt sich beispielsweise C-Code in die CNC einbringen. Durch die Integration von Matlab/Simulink ist Twincat 3 auch für den Einsatz in wissenschaftlichen Bereichen wie der digitalen Simulation komplexer technischer Systeme geeignet.

Mit der Twincat-Library „Kinematic Transformation“ lassen sich nun auch Roboter-Kinematiken in Software abbilden und in die Steuerung einbinden. Die CNC wurde um das Highspeed Cutting (HSC) zur optimierten Fräsbearbeitung von Freiformflächen erweitert. Auf der EMO werden wir anhand einer Dentalbohrerschleifmaschine die HSC-Funktionalitäten demonstrieren.

An welcher Stelle sehen Sie sich bei den Werkzeugmaschinensteuerungsherstellern, und wo wollen Sie in zwei bis drei Jahren sein?

Saueressig: Eine genaue „Ranglistenposition“ kann ich Ihnen da nicht geben. Im Bereich der umformenden und trennenden Werkzeugmaschinen sehen wir uns heute schon sehr gut vertreten, hier sind wir seit Jahren bei großen Maschinenherstellern, beispielsweise der Schuler-Gruppe, erfolgreich im Einsatz. Im Bereich der spanenden Werkzeugmaschinen sind wir dagegen noch weniger vertreten, hier wollen wir aber in den nächsten zwei bis drei Jahren entscheidend Marktanteile hinzugewinnen.

Unsere Wettbewerber in diesem Bereich sind in der Regel Großkonzerne wie Siemens oder Fanuc, gegen die wir unsere Vorteile als innovativer, flexibler Mittelständler in die Waagschale werfen müssen. Außer diesen Großkonzernen gibt es aber auch eine Reihe von mittelständischen Steuerungsherstellern als Wettbewerber, unter denen wir in Zukunft eine führende Rolle einnehmen wollen.

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