Anbieter zum Thema
Typische Korrosionsschutzschichten werden bei bandverzinkten Oberflächen verwendet, um bei Lagerung den sogenannten Weißrost – einen weißlichen, teilweise fest haftenden Überzug – zu vermeiden. Zu den unerwünschten Überzügen gehören auch sogenannte Fließhilfsmittel, insbesondere bei Tiefziehteilen, oder Trennmittel bei Druckgussteilen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen Kennzeichnungen mit Faserstiften, alle Farben, Farb- und Kleberückstände. All diese Stoffe wirken wie eine Art Antihaftmittel. Sie können im Extremfall sogar zu Benetzungsschwierigkeiten führen oder typische Kraterbildungen verursachen.
Wichtig ist auch, zu wissen, dass eine Pulverlackschicht – wie jedes Lacksystem – Wasser, Feuchtigkeit und Wasserdampf aufnehmen kann. In allen drei Formen kann Wasser dann bei entsprechend langer Einwirkzeit bis zum Grundwerkstoff durchdringen. Die Folgen sind im Extremfall wassergefüllte Blasen zwischen Substrat und Lackschicht (Bild 1). Es können sich jedoch auch Oxidations- oder Korrosionsprodukte bilden, zum Beispiel Rotrost bei Stahlteilen, der dann den Pulverlackfilm nach oben drückt und die Gebrauchstauglichkeit beeinträchtigt. Auch wenn es nicht sofort zur Blasenbildung kommt, kann der auf dem Grundwerkstoff vorhandene Kondenswasserfilm bei mechanischer Beanspruchung der Pulverlackoberfläche zu einem Abheben des Lackfilms führen (Bild 2).
Drei Verfahrensgruppen für die Vorbehandlung
Verfahren zur Vorbehandlung lassen sich in drei Gruppen unterteilen – in die physikalische, die mechanische und die chemische Reinigung:
- Physikalische Reinigungsverfahren arbeiten mit warmem oder kaltem Wasser, das als Netzmittel einen Emulgatorzusatz enthält – oder einem organischen Lösemittel. Fest haftende Schmutzablagerungen oder artfremde Verunreinigungen werden damit nicht immer beseitigt. Insbesondere verbleiben Oxidrückstände auf der Oberfläche. Die physikalische Reinigung dient in der Regel dazu, leicht haftende, in der Flüssigkeit lösliche Substanzen von der Oberfläche zu entfernen.
- Bei der mechanischen Reinigung werden im Bürst-, Schleif- oder Strahlverfahren arteigene oder artfremde Überzüge von der Oberfläche entfernt. Diese Verfahren führen zu einer optischen Veränderung der Oberfläche. Jedoch kommt es durch Aufrauen zu einer Verbesserung der Haftungseigenschaften. Die mechanische Reinigung ermöglicht eine weitgehende Beseitigung von Oxidrückständen.
- Bei der chemischen Reinigung, die auch eine physikalische Reinigung (siehe oben) mit einschließt, werden gleichmäßig durch chemisch aktive Substanzen Oxidschichten, Rostablagerungen, aber auch der obere Schichtbereich des Grundwerkstoffs entfernt. Es wird eine gleichmäßige – für nachfolgende weitere schichtbildende Verfahren – fettfreie Oberfläche erzeugt. Meist sind derartige Reinigungsverfahren Bestandteil einer Sprüh- oder Tauchvorbehandlung. Besonders im Tauchverfahren lassen sich in wenig oder schlecht zugänglichen Hohlkammern, zum Beispiel in Bohrungen, störende Beläge beseitigen.
(ID:311853)