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Vorteile einer Cloudplattform nutzen

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3D-Experience als Datenverwaltungssystem für Solidworks

Neben den drei genannten Collaborative-Rollen und der Solidworks-Lizenz enthält die Standard-Edition den 3D Creator. Im Professional-Bundle kommt 3D Sculptor hinzu, im Premium-Paket außerdem noch der 3D-Experience Solidworks Simulation Designer, also die Anbindung an einen Teil der Cloudversion von Simulia. Die Preise für diese Pakete sind noch nicht veröffentlicht, sollen aber für Wartungskunden als Upgrade sehr günstig sein.

Dabei ist es wichtig, das Zusammenwirken zwischen den beiden technisch sehr unterschiedlichen Lösungen zu verstehen, da Dassault Systèmes ganz bestimmte Workflows unterstützt, andere dagegen nicht:

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  • Einerseits lässt sich die 3D-Experience als Datenverwaltungssystem für Solidworks und als Kollaborationsplattform nutzen. Dabei speichern Solidworks-Anwender ihre CAD-Modelle über den Collaborative Designer in der 3D-Experience ab und laden sie von dort wieder in Solidworks, um sie weiterzubearbeiten.
  • Die 3D-Experience kann den Dateiinhalt lesen und nutzt diesen beispielsweise für Visualisierungen und die Anzeige von Metadaten. An den Daten selbst wird nur in Solidworks gearbeitet. Dieser Workflow beschert Solidworks-Anwendern eine vorkonfigurierte PLM-Lösung in der Cloud. So lassen sich beispielsweise mehrere Standorte ohne Replikationsserver zusammenschalten.
  • Zudem entfällt die Anschaffung eigener Server und die Administrationsarbeit und eine interne Kommunikationslösung. Auch Dashboards sind enthalten – gerade für kleine Unternehmen ein interessantes Angebot.
  • Andererseits lässt sich Solidworks als „Zulieferer“ zur 3D-Experience nutzen. Die Daten werden dann beispielsweise in X-Shape um Geometrien ergänzt, was zum Verlust der Solidworks-Features führt. Verläuft der weitere Weg der Daten in der 3D-Experience, ist das kein Problem, ein Hin-und-her von Geometrien zwischen Solidworks und X-Apps führt jedoch zum Verlust von Informationsgehalt im Modell. Es lassen sich übrigens auch X-Shape-Modelle in Solidworks-Modelle integrieren; auch jene verlieren dann ihre X-Shape-Features.

Der Weg der Daten ist hier ganz klar – Solidworks ist Autorensystem und liefert der Plattform Daten zu. Das ist beispielsweise interessant, wenn nicht nur Solidworks-Daten verwaltet werden, sondern auch andere Systeme an der Plattform hängen oder Solidworks als Ergänzung zu einer bestehenden 3D-Experience-Installation genutzt werden soll.

Anbindung an Cloudplattform ist nicht alternativlos

Solidworks, seine Anwender und auch die Welt der Unternehmenssoftware insgesamt haben sich über die Jahre kräftig verändert. Zwar dominieren bis heute Unternehmen mit einem oder einigen wenigen CAD-Arbeitsplätzen die Kundenstruktur, aber viele Solidworks-Kunden haben Dutzende bis mehrere Hundert Lizenzen im Einsatz und somit entsprechenden Verwaltungsbedarf. Die Plattformarchitekturen sind entstanden und die Cloud ist kein Thema mehr für Spinner, sondern eine gängige IT-Strategie.

Mit 3D-Experience Works bietet Solidworks seinen Anwendern ein interessantes und komplettes Angebot, an eine Cloudplattform anzudocken und deren Vorteile zu nutzen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern ist das aber nicht alternativlos. So wie Solidworks nicht auf ein Mietlizenzmodell umsteigt, sondern dies parallel anbietet, so bietet das Unternehmen neben der Cloudlösung nach wie vor sein PDM Professional als lokal installierbares Datenverwaltungssystem an.

Kleine Unternehmen ebenso wie solche Unternehmen, die in Entwicklungspartnerschaften sind oder mehrere Standorte betreiben, sollten sich auf jeden Fall mit 3D-Experience Works beschäftigen. Hier liefert das neue Angebot Antworten auf viele „Pain Points“. Aber auch für andere Unternehmen, die Solidworks einsetzen, lohnt sich ein Blick auf die Plattformangebote.

* Ralf Steck ist freier Fachjournalist. Weitere Informationen: Carola von Wendland, Dassault Systèmes Deutschland GmbH, Tel. (0 89) 6 42 60-4 09, carola.vonwendland@3ds.com

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