Finale der Flaute? Vorzieheffekte durch US-Zölle geben der deutschen Industrie Aufwind

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Die deutsche Industrie bekomme unerwartet viele Aufträge, denn viele Bestellungen würden wegen Trumps Zöllen lieber jetzt schon aufgegeben. Aber auch die EU-Länder bestellen eifriger ...

Es rappelt in die Kisten! Für die deutsche Industrie brachten die „Iden des März“ keine Gefahren sondern einen wahren Auftrags-Boom, wie das Statistische Bundesamt melden darf. Erfahren Sie hier mehr zu den Gründen und wie man die Lage zu betrachten hat ...(Bild:  Kryptonia)
Es rappelt in die Kisten! Für die deutsche Industrie brachten die „Iden des März“ keine Gefahren sondern einen wahren Auftrags-Boom, wie das Statistische Bundesamt melden darf. Erfahren Sie hier mehr zu den Gründen und wie man die Lage zu betrachten hat ...
(Bild: Kryptonia)

Die schwächelnde deutsche Industrie hat im März überraschend viele Aufträge (allein plus 4,7 Prozent aus dem Ausland) bekommen, was sich wohl mit der aggressiven Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump erklären lässt. Wahre Sprünge machten mit 14,5 und 17,3 Prozent vor allem elektrische Ausrüstungen respektive Pharmaprodukte. Es profitieren aber auch der Automobil- und Maschinenbau. Im März schnellten die Bestellungen nämlich um 3,6 Prozent (gemessen am Vormonat) nach oben, wie das Statistische Bundesamt analysiert hat. Der Anstieg fällt damit fast dreimal so stark aus, als es die Analysten mit einem geschätzten Plus von 1,3 Prozent erwartet hatten. Den Ängsten vor den Zöllen zum Trotz, habe auch die Nachfrage der europäischen Nachbarn Deutschlands Fahrt aufgenommen. Generell heißt es, hat sich die Lage der Industrie damit im ersten Quartal zumindest als robust erwiesen, obwohl der Januar für Gegenwind und der Februar für eine Flaute gesorgt hatten.

Noch kein Grund für Industrie-Euphorie

Volkswirte werteten die Zahlen übrigens durchaus positiv. „Das ist endlich mal ein starkes Plus bei den Auftragseingängen, das nicht nur auf die schwankungsanfälligen Großaufträge zurückgeht“, betont etwa der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Allerdings sollte man nun keinen allzu starken Aufschwung erwarten. Immerhin hat Trumps Zollschock die Unternehmen stark verunsichert. Außerdem sei der dringend benötigte Neustart in der Wirtschaftspolitik wegen der knappen Mehrheit der neuen Bundesregierung noch fraglicher geworden. Eher skeptisch äußerte sich Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft beim Fondsanbieter Union Investment. Sein knapper Kommentar: „Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer!“ Auf den ersten Blick habe die Industrie der hohen Zoll-Unsicherheit zwar getrotzt. Doch wenn man erneut hinschaue, sei die Erholung leider bisher nicht mehr als ein Strohfeuer. Auch Herzum betrachtet dabei die Hü-Hott-Zollaktionen Trumps als Belastungen für die Industrie.

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