Automatisierung

VW will Energieeffizienz von Robotern steigern

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Einsparungen von bis zu 50 %

Die erfolgversprechenden Laborergebnisse werden derzeit auf ihre Praxistauglichkeit überprüft. Die einzelnen Stationen einer Fertigung müssen wie Zahnräder ineinander greifen. Deshalb ist entscheidend, dass trotz Anpassung der Bewegungsabläufe der Arbeitsschritt gleich schnell durchgeführt wird und die Taktzeiten exakt eingehalten werden. In einer ersten Phase wurden die Bewegungsbahnen von Robotern einer Karosseriefertigung von Hand umprogrammiert. Als Basis dienten die in der Simulation errechneten Idealkurven. Die Messwerte des mehrmonatigen Tests zeigten, dass auch unter realen Produktionsbedingungen Energieeinsparungen von bis zu 50 % erreicht werden können.

Bahnberechnung dauert nur wenige Sekunden

In der zweiten Phase testen und verbessern die Ingenieure nun ein Software-Modul, das den Energieverbrauch eines vorgegebenen Bewegungsablaufs automatisch optimiert. Der Programmierer legt zunächst die Positionen fest, die ein Roboter ansteuern muss – im Karosseriebau beispielsweise verschiedene Schweißpunkte. Die Software errechnet dann in Sekundenschnelle die energetisch effizienteste Bahn zwischen diesen Punkten. Sie beachtet dabei auch, dass der nötige Abstand zu den anderen Robotern eingehalten wird.

Kein einfaches Unterfangen, da die Interaktion aller Roboter aufeinander abgestimmt werden muss. Für diese Berechnung benötigt die Software nur wenige Sekunden. Zum Vergleich: Eine manuelle Bahnoptimierung nähme für jeden Roboter mehrere Tage in Anspruch. Bei tausenden Robotern in einer Autofertigung wäre der Aufwand daher unverhältnismäßig hoch.

Software könnte noch 2014 auf den Markt kommen

Die Vorteile liegen für Frische auf der Hand: „Mit unserer Software werden wir erstmals eine energetische Bahnoptimierung ermöglichen, die sich automatisiert und daher wirtschaftlich umsetzen lässt.“ Ein entsprechendes Software-Modul für die Planungssoftware Tecnomatix könnte noch 2014 auf den Markt kommen. „Fertigungsunternehmen können sozusagen auf Knopfdruck ihren Energiebedarf verringern, und dadurch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, betont Frische. „Mit Hilfe unserer Software schreibt der Programmierer die Choreographie für das ressourcensparende Zusammenspiel der Roboter.“

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