Nachgehakt WAS IST EIGENTLICH MIT … Entwicklungen für Google Glass?

Redakteur: Udo Schnell

Wir sprachen mit Dr. Jens-Uwe Garbas vom Fraunhofer-IIS; dort wurde vergangenes Jahr die erste App zur Emotionserkennung auf Google Glass vorgestellt – auch als mögliches Hilfsmittel für Autisten.

Anbieter zum Thema

Dr. Jens-Uwe Garbas, Gruppenleiter Intelligente Systeme am Fraunhofer IIS.
Dr. Jens-Uwe Garbas, Gruppenleiter Intelligente Systeme am Fraunhofer IIS.
(Bild: Fraunhofer IIS)

Welche Reaktionen gab es auf die App?

Die Entwicklung wurde von sehr vielen Medien, Forschungseinrichtungen und Unternehmen überwiegend positiv aufgenommen. Speziell die Anwendungsidee als Hilfsmittel für Autisten stieß auf sehr großes Interesse. Überwiegend amerikanische Universitäten haben nach Kooperationen gefragt – wahrscheinlich weil Inklusion dort schon sehr viel länger einen sehr hohen Stellenwert hat als bei uns. Uns erreichten auch einige Anfragen von Autisten oder deren Verwandten, die solch eine Anwendung sehr nützlich fänden. Dadurch hat sich mein Eindruck verstärkt, dass wir mit diesem Thema auf dem richtigen Weg sind.

Gibt es inzwischen konkrete Anwendungen?

Die zugrunde liegende Fraunhofer-Software Shore kommt bereits in vielen Bereichen, etwa in der Marktforschung oder der Kundenanalyse im Einzelhandel und in der Außenwerbung, zum Einsatz. Für die Übertragung auf Google Glass wurde die Software lediglich optimiert. Bei dem Anwendungsbeispiel „Hilfsmittel für Autisten“ sind wir aber noch in der Ideen- und Validierungsphase.

Was bedeutet der Verkaufsstopp von Google Glass für das Projekt?

Unser Know-how steckt vor allem in der Entwicklung intelligenter Algorithmen und ressourceneffizienter Software. Google Glass war für uns lediglich eine mögliche Plattform, auf der unsere Software zum Einsatz kommen kann. Für die meisten Anwendungen können natürlich auch andere Datenbrillen oder Smartphones verwendet werden. Trotzdem sind wir auf den offiziellen Nachfolger von Glass neugierig, der ja speziell für professionelle Einsatzzwecke unter anderem im Gesundheitsbereich, in der Fertigung und im Energiesektor entwickelt wird.

MM

(ID:43616901)