Eine Form der Oberflächenbeschichtung ist das Galvanisieren. Dabei wird die Oberfläche eines Werkstücks veredelt. Dies dient vor allem dem Schutz und der Optik der Oberfläche.
Viemetall ist Profi für Hightech-Korrosionsschutz und bei der Oberflächengestaltung nach Architektenwunsch.
(Bild: EBE Engineering / Viemetall)
Was ist Galvanisieren?
Das Galvanisieren wird auch als Galvanotechnik bezeichnet. Das Verfahren wird häufig bei Werkstücken aus Stahl, Edelstahl und anderen Metallen eingesetzt. Das Werkstück wird mit einer dünnen Metallschicht überzogen (Metall wie Kupfer oder Nickel). Dabei geschieht eine elektrochemischen Abscheidung von Metallen auf metallische Oberflächen.
Dies erfolgt durch elektrochemische Reaktionen unter Verwendung eines Elektrolyten und Gleichstroms. Das Galvanisieren dient hauptsächlich zwei Zwecken: Schutz und Ästhetik.
Schutz: Durch das Galvanisieren wird die Korrosionsbeständigkeit erhöht. Der Metallüberzug schützt die Oberfläche vor beispielsweise Rost. Auch die Verschleißfestigkeit von Metallen wird verbessert. Elektrische Leitfähigkeit und magnetische Eigenschaften können ebenfalls angepasst werden.
Ästhetik: Galvanisieren verleiht Gegenständen einen besonderen Glanz. Dafür werden häufig folgende Werkstoffe verwendet: Chrom, Nickel, Zinn, Kupfer, Cadmium und Zink. So entstehen metallische Überzüge.
Was ist Galvanik einfach erklärt?
Die wichtigsten Punkte der Galvanik:
Abscheidung: Die Beschichtung erfolgt durch elektrochemische Abscheidung. Das bedeutet, dass ein elektrischer Strom verwendet wird. Mit ihm werden Metallionen aus einer Lösung auf die Oberfläche des Bauteils übertragen.
Verwendung von Elektrolyten: Elektrolyte sind eine Lösung mit Metallionen. Auch elektrolytisches Bad genannt. Sie werden zwischen dem Werkstück und einer Elektrode platziert. Durch Anlegen eines elektrischen Stroms werden die Metallionen auf die Oberfläche des Metalls abgeschieden.
Das Verfahren funktioniert nach folgenden einzelnen Schritten:
Mechanische und chemische Vorbehandlung: Zuerst wird das Werkstück gründlich gereinigt. So werden Rost, Fett, Zunder, Späne, Öle, Schleifstaub und anderer Schmutz entfernt. Die Oberfläche wird durch Schleifen, Polieren und Beizbäder abgetragen. Dann werden die letzten Rückstände durch Entfettung und Spülvorgänge beseitigt.
Beschichtung: Zur Beschichtung werden Elektrolyte aus wässrigen Salzlösungen eines Metalls genutzt. Das Werkstück ist vom Elektrolyt umgeben. Es bildet so die Kathode. Als Anode dient das Material, mit dem beschichtet werden soll.
Durch Anlegen von Gleichstrom werden Metallionen aus dem Elektrolyten auf die Oberfläche abgeschieden. Die positiven Metallionen lagern sich auf dem Werkstück ab. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Beschichtung.
Nachbehandlung: Das Werkstück wird gespült und getrocknet. Möglicherweise folgt eine Passivierung oder Chromatierung des Werkstücks. Das passiert zum Beispiel bei galvanisch verzinktem Stahl. Nun ist das Werkstück bereit für die Weiterverarbeitung.
Werkstücke aus Eisen oder Stahl werden am häufigsten galvanisiert. Metalle wie Kupfer, Zink, Messing, Nickel, Silber und Gold werden als Schutzschicht verwendet.
Je nach Werkstückgröße und Anforderungen gibt es verschiedene Techniken, die metallische Überzüge ermöglichen.
Verchromen: Aufbringen einer Chromschicht
Verzinken: Beschichtung mit Zink
Verkupfern: Aufbringen einer dünnen Kupferschicht
Versilbern: Beschichtung mit Silber
Beispiele für Galvanisieren sind:
Dekorative Anwendung bei Gold- und Silberschmuck: Schmuck wird oft galvanisiert, um den Glanz zu verbessern. Außerdem sind die Schmuckstücke besser vor Kratzern geschützt.
Autoteile: Chromteile an Autos sind oft galvanisiert, um sie vor Rost zu schützen. Außerdem ist so ein glänzendes Aussehen der Autos möglich.
Haushalt: Besteck, Türklinken und Duscharmaturen. Durch das Galvanisieren wird ihre Haltbarkeit erhöht. Außerdem wird ihr Aussehen verbessert.
Münzen: Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bestehen aus Eisen. Eisen ist ein relativ günstiges Material. Um sie vor Rost zu schützen, werden sie mit einer Kupferschicht überzogen.
Industrielle Anwendungen: In der Industrie werden galvanisierte Teile zum Beispiel in der Elektronik eingesetzt. Man findet sie auch im Maschinenbau. Außerdem in der Luftfahrt und in vielen anderen Bereichen.
Galvanisieren darf nicht mit dem Eloxalverfahren verwechselt werden. Dies sind zwei verschiedene Methoden der Oberflächenbehandlung. Sie werden auf unterschiedliche Weise angewendet. Hier sind die Hauptunterschiede:
Beim Galvanisieren wird eine Metallschicht auf die Oberfläche eines Werkstücks aufgebracht. Elektrischer Strom bewirkt, dass sich Metallionen aus einem Elektrolyten gleichmäßig auf der Werkstückoberfläche ablagern.
Die Galvanotechnik wird meist bei Werkstücken aus Stahl und Edelstahl angewendet. Sie kann aber auch für die Veredelung von Kunststoffen, Keramiken und Glas angewendet werden. Voraussetzung dafür ist, dass diese Werkstoffe vorher leitfähig gemacht wurden.
Das Eloxal-Verfahren ist nur für Aluminium geeignet. Es erzeugt eine oxidische Schutzschicht auf der Aluminiumoberfläche durch anodische Oxidation. Im Gegensatz zur Galvanotechnik wird die Schutzschicht nicht auf dem Werkstück niedergeschlagen. Stattdessen erfolgt eine Umwandlung der obersten Aluminiumschicht.
Stand: 08.12.2025
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