Superfinishing schnell erklärt Was ist Superfinishing und wo wird es eingesetzt

Von Mag. Victoria Sonnenberg 3 min Lesedauer

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Superfinishing ist ein spanendes Verfahren mit Flächenkontakt zwischen Werkzeug und Werkstück – anders als beim Drehen oder Schleifen. Je nach Werkstückform kommen Superfinish-Steine, Bänder oder beides zum Einsatz, um perfekte Oberflächen zu erzielen.

Beim Superfinishen von Kugelflächen kommen rotierende Werkzeuge zum Einsatz. (Bild:  Nagel)
Beim Superfinishen von Kugelflächen kommen rotierende Werkzeuge zum Einsatz.
(Bild: Nagel)

Definition und Bedeutung

Superfinishing ist ein Metallbearbeitungsverfahren, das die Oberflächengüte und die Werkstückgeometrie verbessert. Dabei wird nur eine dünne, amorphe Oberflächenschicht mit einem Schleifstein oder Schleifband entfernt. Im Gegensatz zum Polieren, das oft Hochglanz erzeugt, bewirkt das Superfinishing eine besonders feine und gleichmäßige Oberflächenstruktur. Dieses Verfahren zeichnet sich durch hohe Präzision aus und sorgt für eine äußerst glatte, planare Oberfläche.

Für die Industrie ist Superfinishing von großer Bedeutung, weil es die Funktionalität und Lebensdauer von Bauteilen erheblich verbessert. Es wird eingesetzt, um Reibung und Verschleiß zu reduzieren, die Tragfähigkeit von Oberflächen zu erhöhen sowie die Schmierstoffverteilung zu optimieren. Dadurch profitieren vor allem Branchen wie die Automobil-, Luftfahrt- und Medizintechnik von langlebigeren und leistungsfähigeren Produkten.

Diese präzise Verbesserung der Oberflächenqualität macht Superfinishing zu einem unverzichtbaren Verfahren in hochpräzisen Fertigungsprozessen, die höchste Anforderungen an Bauteilqualität stellen.

Wie funktioniert Superfinishing?

Die Funktionsweise des Superfinishings beruht auf der präzisen Bearbeitung von Werkstückoberflächen, bei der nur die Rauheitsspitzen abgetragen werden, ohne die Form oder Maße des Werkstücks signifikant zu verändern. Das Verfahren arbeitet meist mit speziellen Schleifbändern oder Schleifsteinen, die sich oszillierend beziehungsweise mit definierten Bewegungen über die Oberfläche bewegen.

Wesentliche Merkmale sind:

  • Bearbeitung im Mikrometerbereich mit Materialabtrag von nur wenigen Tausendstel Millimetern (z. B. 0,002 bis 0,008 Millimeter), wobei nur die amorphe „Weichhautschicht“ der Oberfläche entfernt wird.
  • Durch die Kombination der Oszillationsbewegung des Schleifmittels und der Rotation des Werkstücks entsteht eine gleichmäßige, sehr feine Oberflächenstruktur. Diese reduziert die Oberflächenrauheit erheblich (Ra bis 0,004 Mikrometer) und erhöht gleichzeitig den Traganteil der Oberfläche. Dadurch verbessert sich die Belastbarkeit des Werkstücks deutlich, ohne dass die Werkstückgeometrie verändert wird.
  • Die Schleifmittel werden kontinuierlich erneuert, sodass eine gleichmäßige Oberfläche entsteht.
  • Der Prozess erfolgt mit Kühlemulsionen wie Wasser oder Öl, was ihn umweltfreundlicher macht als manch andere Schleifverfahren.
  • Durch die hohe Präzision und geringe thermische Belastung werden die Werkstückgeometrie und inneren Strukturen nicht negativ beeinflusst.

Superfinishing verbessert somit die Oberflächenstruktur, erhöht die Verschleißfestigkeit durch reduzierten Reibungswiderstand und optimiert die Schmierstoffverteilung in den Mikrostrukturen der Oberfläche.

Es ist insbesondere geeignet für rotationssymmetrische Teile wie Wellen, Ventile oder Lagerbuchsen und wird als Endbearbeitung nach grober Vorbearbeitung eingesetzt.

Branchen und Beispiele

Branchen und Anwendungen von Superfinishing sind vielfältig und breit gefächert, vor allem in Industrien mit hohen Anforderungen an Oberflächenqualität, Reibungsreduktion und Verschleißschutz.

Automobilindustrie: Superfinishing wird häufig für die Endbearbeitung von Kurbelwellen, Nockenwellen, Ventilsitzen, Lagerbuchsen und Getriebeteilen eingesetzt. Ziel ist die Reibungsreduzierung und Belastbarkeitserhöhung, was zu besserer Motorleistung, längeren Lebensdauern und effizienteren Fahrzeugen führt.

Zum Beispiel ermöglicht das Superfinishing von Kurbelwellen eine erhöhte Tragfähigkeit und bessere Schmierung durch gezielte Mikrostrukturen in der Oberfläche.

Luft- und Raumfahrt: Anwendungen umfassen Turbinen- und Fahrwerkskomponenten, bei denen präzise Oberflächen mit maximaler Belastbarkeit und langer Lebensdauer erforderlich sind.

Medizintechnik: Superfinishing wird bei Implantaten wie Hüft- und Wirbelsäulenimplantaten genutzt, um glatte Oberflächen zu schaffen, die den Verschleiß minimieren und Biokompatibilität verbessern.

Anbieter

Ein etablierter Anbieter des Superfinishings ist Supfina. Von der Laufbahnbearbeitung (Superfinish für Wälzlager, Innen- und Außenringe) über die Einstechbearbeitung (Superfinish für wellenförmige Bauteile) bis hin zur Kugelbearbeitung (Superfinish für sphärische Komponenten) ist der Lösungsanbieter zuverlässiger Partner bei perfekten Oberflächen.

Ein weiterer Spezialist im Superfinishen ist Nagel. Nagel-Technologie sorgt überall dort für beste Ergebnisse, wo Mobilität gefragt ist – von Fahrzeugteilen über Energieanlagen bis zu Glasfaserkabeln. Als weltweit führender Anbieter bietet Nagel komplette Lösungen, von kleinen Werkzeugen bis zu vollautomatischen Bearbeitungszentren, für präzise Oberflächenfeinstbearbeitung.

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