Führung Was man von Fußballteams über das Einstellen von Top-Talenten lernen kann

Quelle: Pressemitteilung von Kühne Logistics University 2 min Lesedauer

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Forscher haben zwei wichtige Faktoren identifiziert, die sowohl im Profifußball als auch im Unternehmen wichtig sind, damit neue Top-Talente ihre Leistung erfolgreich abrufen können.

Bei Neuzugängen im Profifußball spielen ähnliche Faktoren eine Rolle wie bei Neuzugängen im Unternehmen. (Bild:  103tnn - stock.adobe.com)
Bei Neuzugängen im Profifußball spielen ähnliche Faktoren eine Rolle wie bei Neuzugängen im Unternehmen.
(Bild: 103tnn - stock.adobe.com)

In einer neuen Studie untersuchten Forscher der Kühne Logistics University, der TU München, der University of Maryland und der University of South Carolina

  • rund 4.500 Spielerwechsel
  • zwischen 168 Teams in den fünf europäischen Top-Ligen (Spanien, England, Italien, Deutschland und Frankreich)
  • zwischen 2008 und 2018.

„Top-Talente werden hier häufig für hohe Summen verpflichtet und die Verantwortlichen erwarten, dass sich diese Investition unmittelbar mit einer sehr guten Leistung auszahlt“, sagt Prisca Brosi, Professorin für Human Resources an der KLU. „In der Realität spielen aber weitere Faktoren eine wichtige Rolle, etwa der Wechselzeitpunkt und die Dauer der Einarbeitung, aber auch die vorherige Leistungsstärke des Teams.“

Talent und Zeit für die Einarbeitung entscheidend

Im Rahmen der Untersuchung wurden unter anderem Wechsel vor der Saison (das heißt in der Sommerpause) und während der Saison (das heißt in der Winterpause) miteinander verglichen. „Die individuellen Fähigkeiten des neuen Spielers beeinflussen die Leistung des Spielers unabhängig des Zeitpunktes des Wechsels aber bei den Teamfaktoren spielt der Zeitpunkt eine entscheidende Rolle“, sagt Marvin Schuth, Gastwissenschaftler an der KLU. Einer dieser Einflussfaktoren ist die bisherige Leistung des Teams vor dem Neuzugang.

„Talentierte neue Spieler profitieren von leistungsstarken Teams“, sagt Brosi. „Das gilt aber nur, wenn genug Zeit für die Einarbeitung vorhanden ist“, ergänzt Schuth. „Bei einem Wechsel innerhalb der Saison und damit einhergehender kurzer Einarbeitungszeit, wirken sich leistungsstarke Teams eher negativ auf die Leistung von neuen Spielern aus.“ Generell kommt das individuelle Talent der Spieler laut Studie in schwächeren Teams stärker zum Tragen – sehr leistungsstarke Teams scheinen dagegen weniger offen für „Newcomer“ zu sein.

Der zweite wichtige Faktor ist die Anzahl der neuen Spieler, die ins Team kommen. Wenn die Einarbeitungszeit fehlt, sinkt die Leistung der Neuzugänge mit jedem weiteren neuen Spieler. „Wir nehmen an, dass eine Vielzahl neuer Spieler die Teamprozesse unterbrechen und dadurch die Einarbeitung erschweren“, sagt Schuth.

Individuelle Einarbeitung notwendig

Was können Unternehmen von den Fußballern lernen? „Unterm Strich lohnt es sich auf jeden Fall, sehr leistungsstarke neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Team zu holen“, sagt Brosi. „Aber: die Leistung von neuen Mitarbeitenden hängt auch von der bisherigen Teamleistung und der Einarbeitung ab.“ Vor allem sehr leistungsstarke Teams müssen darauf achten, für Newcomer offen zu sein und diese zu unterstützen.

Dabei ist genügend Zeit für die Einarbeitung entscheidend. Newcomer müssen in die Teamprozesse eingegliedert werden, um im Team die erwartete Leistung erbringen zu können. „Wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht, ist es sinnvoller, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach und nach ins Boot zu holen, statt durch zu viele gleichzeitige Neueinstellungen die Leistung eher zu behindern“, sagt Brosi.

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