Iglidur on Tour

Weltreise eines mit 56 Igus-Kunststoff-Geitlagerteilen umgerüsteten Smart hat begonnen

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Die Umbaumaßnahmen: Die „Plastination“ des Kleinwagens

Voraussetzung für den ambitionierten Praxistest war die Umrüstung des Autos durch ein Team der Fachhochschule Köln unter Leitung von Herrn Johannes Thomé und dem Igus-Gleitlager-Entwickler Michael Krug. Dabei galt das Prinzip, alles durch Kunststoffe von Igus zu ersetzen, was technisch und gemäß den TÜV-Vorschriften möglich ist.

Die Metalllager am Bremspedal, beim Scheibenwischer und Fensterheber, im Schaltmodul, in der Sitzkonsole, an der Handbremse, am Startgenerator, an der Drosselklappe und beim Verdeck wurden durch reine Polymerlager ersetzt. Viele Module mussten bis in die Einzelteile zerlegt und wieder werks- und funktionsgetreu zusammengebaut werden. Häufig konnten Standardgleitlager verwendet werden.

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Zum Teil mussten aber auch mit CAD-Modellen passgenaue Ersatzstücke erarbeitet und dann aus Iglidur-Halbzeug die entsprechenden Komponenten gefräst oder gedreht werden. Eine Reihe der 45 unterschiedlichen Iglidur-Katalogwerkstoffe sind dabei zum Einsatz gekommen.

Selbst auf die optische Gleichartigkeit wurde dabei wie im Fall der Sitzarretierung geachtet. Alle Modifikationen am Kleinwagen sind nun erfolgreich abgeschlossen. Das Team aus Fahrzeugtechnikern und Kunststoffentwicklern freut sich darauf, das Ergebnis ihrer Arbeit „vom Stapel“ in die Welt zu lassen.

Reibungsoptimierte Kunststoffe: Potenziale für die Automobilindustrie

Immer mehr Hersteller entdecken die Qualitäten kostengünstiger und leistungsstarker Komponenten aus Tribopolymeren. Sogenannte motion plastics werden in zahlreichen Modulen eingesetzt, von Sitz- und Verdecksystemen über Mehrlenkerscharniere und Komponenten im Motorraum bis hin zu Fahrwerksanwendungen. Dieser Trend wird sich in der Zukunft noch verstärken. Denn Kunststofflager, die keine externe Schmierung benötigen, wartungs- und korrosionsfrei sind und zudem siebenmal leichter als metallisch gerollte Lager sind, sprechen für sich. Sie schonen die Umwelt und das Budget, da sie die Produktionskosten verringern und aufgrund ihrer Verschleißfestigkeit die Lebensdauer erhöhen.

Im Innenraum eignen sie sich hervorragend, um Geräuschentwicklungen zu dämpfen. Ihre Robustheit und Belastbarkeit prädestinieren sie aber gleichermaßen für den Außeneinsatz, was nicht zuletzt der Einsatz bei Wind und Wetter, Höhenkilometer und Straßenverhältnisse auf der Reise erweisen wird. Das Feld der Anwendungsmöglichkeiten ist bei weitem noch nicht abgesteckt, vielleicht wird die Demonstrationsfahrt des Kunststoff-Kleinwagens über den Globus noch manchen Entwickler zu interessanten Ideen und neuen Konzepten anregen.

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