Zerspantechnik Wendeschneidplatte bewährt sich beim Bearbeiten von Hartschichten

Autor / Redakteur: Birgit Steinbock und Rainer Lich / Rüdiger Kroh

Aufgeschweißte Stellite lassen sich mit einer vor kurzem eingeführten Hartmetall-Wendeschneidplatte mit gutem Ergebnis bearbeiten. Der problematische Übergang zwischen harten und weichen Regionen bereitete keine Schwierigkeiten.

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Die Wahl des richtigen Materials ist bei manchen Werkstücken fast so schwierig wie die berüchtigte Quadratur des Kreises. Ist der Werkstoff zum Beispiel durch eine Beschichtung besonders hitzebeständig, dann ist die Bearbeitung oft aufwändig und kompliziert.

Einfach zu bearbeitende Werkstoffe wiederum haben oft nicht die geforderten Eigenschaften, zum Beispiel in Bezug auf Verschleißbeständigkeit. Die Kunst besteht deshalb darin, die Balance zu finden und Werkstoff und Werkzeug so aufeinander abzustimmen, dass auch unter schwierigen Umständen eine wirtschaftliche Bearbeitung möglich ist.

Zerspanung von Stelliten eher problematisch

Dieser Herausforderung stellt sich auch die Metax GmbH aus dem hessischen Hungen-Obbornhofen jeden Tag wieder. Das Unternehmen produziert als Zulieferer Gleitringdichtungen, Drehdurchführungen, Kupplungen und Basisdichtungen vor allem für die chemische und petrochemische Industrie. Daneben werden auch Geräte für die Medizintechnik, speziell die Orthopädie, gefertigt. In der Produktion kommen außer NE-Metallen, Edelstählen und allgemeinen Stählen auch exotischere Materialien wie Hastelloy, Inconell und Stellite zum Einsatz.

Stellite sind Kobaltbasis-Legierungen, deren Vorteil gegenüber Stählen die höhere thermische und chemische Beständigkeit im Temperaturbereich bis 800 °C ist. Durch ihren variablen Hartstoffanteil kann zudem eine gezielte Verschleißbeständigkeit erreicht werden.

Stellite sind oxidationsbeständig bei erhöhter Temperatur

Die Oxidationsbeständigkeit bei erhöhter Temperatur und die verbesserte Resistenz in aggressiven Medien im Vergleich zu Stählen – bei gleichzeitig hoher Verschleißbeständigkeit – zeigen anspruchsvolle Einsatzmöglichkeiten auf. Überall dort, wo Verschleiß in Kombination mit erhöhter Temperatur oder aggressiven Medien auftritt, bieten Stellite im Vergleich zu anderen Werkstoffen deutliche Vorteile in der Anwendung.

Eine Zerspanung ist bei diesen Materialien allerdings eher problematisch. Stellite haben nicht selten, je nach Einsatz, eine Härte bis 55 HRC. Klassisch werden sie daher geschliffen oder mit kubischem Bornitrid (CBN) bearbeitet, dem zweithärtesten Werkstoff nach den Diamanten. Sein Vorteil: Im Gegensatz zu Diamanten gibt CBN unter Temperatureinwirkung keinen Kohlenstoff an Stahl ab.

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