Zerspantechnik

Wendeschneidplatte bewährt sich beim Bearbeiten von Hartschichten

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Bei Metax kommen Stellite unter anderem bei der Herstellung von Lagerbuchsen zum Einsatz. Das Material, aus dem diese Buchsen gefertigt werden, ist der nichtrostende austenitische Stahl 1.4571, dessen erhöhte Beständigkeit gegen Korrosion und Lochfraß ihn für den Einsatz vor allem im chemischen Apparatebau prädestiniert. Die Lagerbuchsen werden bei Metax innen und an der Planfläche mit Stellite aufgepanzert, danach müssen sie fertig gedreht werden.

Beim Zerspanen aufgeschweißter Materialien taucht üblicherweise immer wieder das gleiche Problem auf: Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheiten der einzelnen Werkstoffe hat man es im Grunde genommen mit zwei verschiedenen Materialien zu tun, die jeweils andere Spantiefen und Bearbeitungen erfordern.

Eine weitere Herausforderung ist die Übergangszone, in der beide Schichten aufeinandertreffen. Im Fall von Stelliten ist die Übergangszone im wahrsten Sinne des Wortes der Knackpunkt: Während im harten Stellit sehr gut mit CBN gearbeitet werden kann, gibt es im weicheren Grundmaterial Schwierigkeiten, da das CBN hier ausbricht. Daher wird in der Praxis in den meisten Fällen zuerst das weiche Grundmaterial bis an die Aufschweißung konventionell bearbeitet, danach erfolgt die Bearbeitung der harten Aufschweißung mit CBN (Bild 1).

Die Problemzone beim Übergang wird mehr oder weniger „beigearbeitet“ – insgesamt ein aufwändiger und kostenintensiver Prozess. Auch bei Metax lief die Zerspanung in dieser Form ab, mit dem Ergebnis, dass die bisher verwendete Wendeschneidplatte eine Standzeit von nur zwei Werkstücken hatte.

Wendeschneidplatte mit gepanzerter Lagerbuchse erprobt

Auf der Grundlage guter Erfahrungen mit der 2005 von Sandvik Coromant eingeführten Wendeschneidplatte GC 4225 wurde diese auch bei der Bearbeitung der mit Stellit gepanzerten Lagerbuchse erprobt — mit einem erstaunlichen Ergebnis (Bild 2). Die Schneidplatte ermöglicht es, in einem einzigen Arbeitsgang die gesamte Planfläche zu drehen, also nicht nur das weiche und das harte Material, sondern auch den problematischen Übergang (Bild 3).

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