Titanzerspanung

Wenn Bugatti anklopft, sollte man die Zerspanung von Titan können!

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Standzeiterhöhung durch Wahl des richtigen Werkzeugsystems

Wer die richtigen Zerspanungswerkzeuge für die Titanbearbeitung wählt, unterstützt die Wärmeabfuhr des KSS dadurch, dass auch das im Werkstückeingriff befindliche Werkzeug einen Teil der überschüssigen Wärmeenergie aufnimmt und ableitet. Natürlich muss das entsprechende Werkzeug in Sachen Schneidkeil so ausgelegt sein, dass sowohl die thermischen als auch mechanischen Belastungen ertragen kann, beschreibt Arno Werkzeuge. Das erreicht man durch geschliffene, hochpositive Wendeschneidplatten, die den Schnittdruck minimieren. Und polierte Spankammern, bei Bedarf mit der passenden Beschichtung, reduzieren zusätzlich die Reibung, was den Spanabfluss verbessert, heißt es weiter. Diese drei Parameter verringern die Wärmeentwicklung beim Zerspanen von Titanlegierungen. Wenn nur weniger Wärme entsteht, und diese durch optimale KSS-Zufuhr weiter reduziert wird, erhöht sich automatisch die Standzeit des Werkzeugs. Im Umkehrschluss kann auch die Schnittgeschwindigkeit Vc wieder erhöht werden, betont Arno.

So verwirrt man den Wirrspan beim Titandrehen

So weit, so gut, könnte man jetzt denken. Doch weil die Späne der werkstofflichen Diva nicht brechen wollen, drohen weitere Schwierigkeiten: es spult sich quasi ein endloser Span vom Schnittbereich ab, der sich gerne mal um Werkstück, Werkzeug und/oder Spannfutter wickelt. So eine rotierende, recht scharfkantige Titanspan-Peitsche ist eine echte Gefahr für Mensch und Maschine. Doch auch dagegen kann man etwas tun: man kann die Drehrichtung ändern und die Schneidenlage umkehren, wenn der Aufbau der Maschine das erlaubt, rät Arno. Denn wenn die Schneide nach unten zeigt, fällt der Span frei nach unten aus der Gefahrenzone und stört nicht länger. Allerdings müsse im Falle einer massiven Schruppbearbeitung mit einer nicht ganz so stabilen Maschine vorher geprüft werden, ob sich dann auch die Schnittkraft in das Maschinenbett ableiten ließe, merkt Arno an.

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Positive und negative Wendeschneidplatten zähmen das wilde Titan

Dass Arno Werkzeuge für die Titanzerspanung ein umfangreiches Sortiment von Werkzeugen anbieten kann, kann man sich jetzt denken. Hochpositive, sehr scharfe Wendeschneidplatten (WSP) gebe es in Hülle und Fülle für diese Aufgabe. Wer unsicher ist, dem stehen die Arno-Experten mit Rat und Know-how zur Seite. Die WSP gibt es auch verrundet, wodurch sie eine sehr gute Kantenstabilität ins Feld führen, ergänzt der Werkzeughersteller. Beschichtungen machen die Standzeit noch länger. Und wenn es um die weniger kräftige Zerspanung geht, empfehlen sich die negativ ausgeführten WSP mit den Geometrien EX, NFT, NMT und NMT1. Zusätzlich eignen sich die positiven WSP mit den Geometrien PSF und PMT1 optimal für die mittlere Bearbeitung von Superlegierungen, heißt es weiter. Gemeinsam sei allen, dass sie bei zähem Material durch hohe Kerbverschleißfestigkeit und Hitzebeständigkeit überzeugten. Spezielle Geometrien sorgen außerdem für die absolute Spankontrolle.

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