Instandhaltung

Wenn Digitalisierungsschübe beim Feuerlöscher ankommen

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Gründliche Vorarbeit als Funktionsgrundlage

Damit dieses Industriemanagement so reibungslos funktioniert wie die zu wartenden Anlagen, bedarf es gründlicher Vorarbeit: Im ersten Step erfassen Mitarbeiter alle wartungsrelevanten Daten und legen Zuständigkeiten fest. Dabei erleichtern integrierte Gebäudezeichnungen die Orientierung des Wartungspersonals innerhalb der einzelnen Betriebe. Ist alles erfasst, kommt im zweiten Schritt Main-Scan erstmalig zum Einsatz. Sämtliche Ist-Bestände der Gewerke und Maschinen erhalten Barcodes und Abnahmekennzeichen, werden zum besseren Verständnis fotografiert und an das System übermittelt.

Im dritten Step werden die digital übermittelten Ist-Bestände aller Anlaufpunkte entsprechend verarbeitet, Wartungsintervalle geplant und Fotos in den Wartungsbericht eingefügt. Die fertigen Berichte liegen dann abrufbereit im Kundenportal Main-Patch. Über das Portal verfolgt der Kunde alle Wartungsmaßnahmen in seinem Unternehmen visuell am Bildschirm. Auch die Brandschutzdokumentation ist per Mausklick jederzeit abrufbar und druckfähig – ein wesentlicher Faktor im Falle einer Versicherungsprüfung.

Aktuell arbeiten 50 Kaefer-Mitarbeiter mit Main-Man: 50 Personen an acht Standorten, deren tägliche Arbeit sich durch den Einsatz der Software verändert. Um sie mit dem Tool vertraut zu machen, bietet Kutzner Prozessoptimierung als Entwickler und Dienstleister umfassende Schulungen an. Dabei stehen die spezifischen Erweiterungswünsche und Anregungen der Anwender im Mittelpunkt. Des Öfteren stellen die Teilnehmer die Frage, ob das System auch über den Brandschutz hinaus für andere Bereiche zum Einsatz kommen kann. Diese Frage bejaht Christian Kutzner, Geschäftsführer von Kutzner Prozessoptimierung: „Die Merkmale Skalierbarkeit und Flexibilität standen bei der Entwicklung stets im Mittelpunkt und wurden auch von Kaefer gefordert. Raum für neue Einsatzfelder trägt das Tool ebenso in seiner Produkt-DNA wie den Grundgedanken des standortunabhängigen und internationalen Ausbaus. Der Wartungsverantwortliche kann theoretisch auch in Hongkong auf die Datenbank zugreifen, aktuelle Wartungsstände über das Internet abrufen und Arbeitsaufträge erteilen.“

Das Innovationstempo der Industrie gilt es zu halten

Für Kutzner ist Main-Man kein abgeschlossenes Projekt, sondern vielmehr eine zukunftsgewandte Management-Lösung, die sich kontinuierlich entwickeln muss, um das Innovationstempo in der Industrie zu halten und um Fragen nach Risikominimierung weiterhin beantworten zu können. Aktuell arbeiten die involvierten Projektteams an einer noch schnelleren Synchronisierung der Daten mittels einer serverbasierten Lösung.

Die Vorteile des Tools sieht Kutzner nach den langjährigen Erfahrungen mit dem System in folgenden Punkten: „Mit Main-Man entfällt die komplette Zettelwirtschaft. Durch die intensive Projektarbeit mit dem Kaefer-Team ist das Tool in den letzten Monaten zu einer umfassenden ERP-Lösung herangereift. Betriebswirtschaftliche Eckpfeiler wie Lagerwirtschaft, Auftragsverarbeitung oder Rechnungsstellung triggern eine stetige Optimierung der betrieblichen Abläufe. Aus der täglichen Nutzung heraus entstanden neue Features wie beispielsweise eine Online-Ersatzteildatenbank sowie ein variables Leistungsverzeichnis. Für die nahe Zukunft planen wir standardisierte Schnittstellen, die den Zugriff zu andockenden ERP-Systemen wie SAP, Microsoft Dynamics und Oracle erlauben.“

* Anke Fähnrich ist Fachredakteurin für Industriethemen bei der Borgmeier Media Gruppe in 20148 Hamburg, Tel. (0 40) 41 30 96 14, faehnrich@borgmeier.de

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