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Instandhaltung

Wenn Digitalisierungsschübe beim Feuerlöscher ankommen

| Autor: Anke Fähnrich

Um Service-, Wartungs- und Instandhaltungsmitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, haben sich ein IT-Unternehmen und ein Industriedienstleister zusammengetan und eine mehrstufige Wartungs- und Dokumentationslösung entwickelt.

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Damit alle Servicemitarbeiter effektiv mit dem Instandhaltungstool umgehen können, werden sie umfassend geschult.
Damit alle Servicemitarbeiter effektiv mit dem Instandhaltungstool umgehen können, werden sie umfassend geschult.
(Bild: ©kinwun - stock.adobe.com)

Sie trifft ein Unternehmen ins Mark, und das ganz unabhängig vom Reifegrad seiner Digitalisierungsprozesse: Eine Betriebsunterbrechung fürchtet die deutsche Wirtschaft derzeit am stärksten, noch vor den vielbeschworenen Cyberangriffen. Denn laut dem aktuellen Allianz Risk Barometer 2018 hat sich die Sorge um Ausfälle und damit um unterbrochene Lieferketten im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar noch verstärkt und mit 55 % an die Spitze der Umfrage gesetzt. Der Wunsch, diese Risiken weitestgehend zu minimieren und schon in Frühstadien abzufangen, ist nachvollziehbar. Beim Industriedienstleister Kaefer nimmt er in Form des Dokumentations- und Management-Tools Main-Man, das vom IT-Unternehmen Kutzner Prozessoptimierung entwickelt wurde, Gestalt an.

Dreiteilige Individuallösung wird kontinuierlich weiterentwickelt

Das Unternehmen Kaefer ist weltweit für die Gewährleistung der Anlagenintegrität für die Bereiche Industry, Marine & Offshore sowie Construction aktiv. Die Experten von Kaefer in Deutschland beschäftigen sich unter anderem mit der Prüfung und Wartung großer Industrieanlagen und ihrer einzelnen Bauteile. Teamweise sind die Mitarbeiter als Dienstleister im Einsatz beim Kunden, begutachten und warten in regelmäßigen Abständen Maschinen, Gewerke sowie Brandschutzsysteme von Industrieunternehmen, beispielsweise aus der Lebensmittel- und Energiebranche. An genau dieser Stelle greift das digitale Instandhaltungssystem Main-Man – eine Wartungs- und Dokumentationslösung, die der Prozessoptimierer und IT-Lösungsanbieter Kutzner in einer Projektentwicklung für Kaefer in Deutschland 2009 erstmalig ausrollte und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Die Lösung ist eine Individualentwicklung, die sich auf drei elementare Pfeiler stützt und Kaefer-Wartungstrupps, Service-Mitarbeiter sowie Maintenance-Verantwortliche bei ihrer täglichen Arbeit begleitet.

Der Gesetzgeber gibt Industrieunternehmen je nach Gewerk und Gegenstand verschiedene Vorschriften an die Hand, die die Sicherheit im täglichen Betrieb gewährleisten sollen. „Um unseren Kunden die Einhaltung dieser Gesetzesvorgaben zu erleichtern, gingen wir den Weg einer lückenlosen Dokumentation des Wartungszustands aller relevanten Bauteile und entwickelten mit Kutzner ein eigenes System“, erklärt Stefan Prinzler, übergeordneter Projektleiter für Main-Man bei Kaefer. Prinzler fährt fort: „Heute zeigt sich insbesondere die Flexibilität des Tools für uns als entscheidend. Kommen bei unseren Kunden weitere Maschinen oder Gewerke hinzu, können wir sie umgehend in unser Wartungssystem aufnehmen – es passt sich also der jeweiligen Unternehmens­situation umstandslos an.“

Wissenstransfer zwischen Dienstleister und Anlagenbetreiber wichtig

Es gibt Vorschriften, die die Wartungsintervalle von Maschinen vorgeben, gesetzliche Vorgaben zu Brandmeldesystemen, Umweltnormen bei Abwasser, Reparaturempfehlungen für Rohrleitungen und eine nahezu unbegrenzte weitere Anzahl an Parametern, die alle in die Software einfließen, um nicht vergessen zu werden. Wichtig ist hier der Wissenstransfer zwischen Kunde und Kaefer darüber, welche Normen und Vorschriften eingehalten werden müssen.

Cockpit und Kommunikationszentrale ist das Main-Man-Serviceportal, von dem aus Projektverantwortliche bei Kaefer Datenerfassung, Dienstleistungen, Wartung und Brandschutz einsehen, auswerten und steuern. Über das angedockte Kundenportal Main-Patch erhalten die Anlagenbetreiber wiederum volle Transparenz zu allen Maßnahmen und Wartungsergebnissen. Hier hinterlassen sie Bauteilzeichnungen zu den einzelnen Gegenständen, drucken Reports aus und behalten dank einprägsamer Ampeldarstellung tagesaktuelle Überblicke über den Zustand einzelner Gewerke, um zum Beispiel Planungen für Neuanschaffungen rechtzeitig in die Wege zu leiten.

Main-Scan komplettiert schließlich dieses System als drittes Element und ermöglicht es den Wartungsmitarbeitern vor Ort, Daten schnell und einfach zu erfassen sowie Fotos der zu prüfenden Objekte aufzunehmen. Das Arbeits-Tool gestattet via mobilem Einsatz eine genaue Zustandsbeschreibung des Gegenstands, beispielsweise den eines Feuerlöschers, sowie die Kontrolle einer Wartungsmaßnahme mit effizientem Zeitinvest. Diese Erfassung nebst Datumsangabe bedeutet Rechtssicherheit, eine zeitnahe Datensynchronisation mit Main-Patch setzt den Betreiber der Anlage stante pede in Kenntnis.

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