Mangerkarrieren

Wenn Macher und Zahlenmanager das Unternehmen regieren

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Entsprechend schwer fällt es vielen Managern auch, Menschen oder Bereichen „einfach so“ Ressourcen für Innovationen zur Verfügung zu stellen – in der Hoffnung „Dabei kommt vielleicht etwas hieraus“. Das zeigt sich laut Kraus zum Beispiel, wenn man ihnen vorschlägt: „Machen Sie doch mal als ersten Schritt einen ‚Quantensprung-Workshop’, in dem Experten aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam neue Ideen kreieren“ – sei es für neue Produkte, Organisationsstrukturen oder Vertriebskonzepte. Dann ist ihre spontane Reaktion meist: „Und wer garantiert mir, dass dabei etwas Umsetzbares herauskommt?“. Und ihre zweite Frage lautet: „Und wer trägt die Kosten, wenn am Schluss keine zukunftsfähige Idee steht?“. Dabei ist die Suche nach Innovationen, so Kraus, stets ein Prozess, für den es keine Erfolgsgarantie gibt. Also müssen Manager sich auf dieses Risiko einlassen.

Auch Top-Manager müssen umdenken

Ein Schritt in die richtige Richtung kann sein, im Unternehmen ein Budget zu schaffen mit dem Titel „Noch keine Ahnung, was dabei herauskommt“. Denn wer Quantensprünge erzielen möchte, muss ganz neue, ungewohnte (Denk-)Wege beschreiten, betont Johann Scholten von der WSFB-Beratergruppe in Wiesbaden. „Das setzt auch ein Umdenken bei den Top-Managern voraus.“

Denn entgegen dem Irrglauben mancher Unternehmenslenker gilt laut Scholten: „Alleine können sie ihre Unternehmen nicht in Richtung Zukunft führen. Sie brauchen Mitstreiter.“ Deshalb sollten Chefs ihre Mitarbeiter immer wieder in eine kreative Unruhe versetzen, empfiehlt Kraus – „zum Beispiel, indem sie für diese erlebbar machen, was in den Märkten wirklich ‚abgeht’“. Denn Mitarbeiter sehen zumeist keine Notwendigkeit zur Veränderung, solange es im Unternehmen noch nicht brennt.“ Also muss sie ihnen vor Augen geführt werden.

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