Schuler Wer mit China wachsen will, muss dort präsent sein
Ein Drittel ihres Konzernumsatzes erzielt die Schuler AG mittlerweile in China. Doch dieser Erfolg ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Lohn harter Arbeit und klug antizipierter Entwicklungen. Und der Aufstieg dürfte weitergehen.
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Für Schuler spielt China eine zentrale Rolle in der Unternehmensstrategie. „Nirgendwo werden mehr Autos und Werkzeugmaschinen hergestellt als in China“, erläutert Oemer Akyazici, CEO von Schuler in China. Die Volksrepublik ist der zweitwichtigste Absatzmarkt des Pressenbauers nach Deutschland, in den ersten neun Monaten 2014 hat sich das dortige Bestellvolumen durch Großaufträge aus der Automobilindustrie im Vergleich zum Vorjahr auf 357,2 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Darunter war auch einer der größten Aufträge in der 175-jährigen Schuler-Historie überhaupt: FAW Volkswagen Automotive bestellte drei Pressenlinien und drei Servopressen zur Werkzeugerprobung und Einarbeitung für Werke in der Volksrepublik. Die Bestellung hat einen Umfang von mehr als 150 Mio. Euro.
Schuler erwartet weiteres Wachstum in China
„Für die kommenden Jahre erwarten wir, dass der Bedarf weiter zunehmen wird, selbst wenn das Wachstum etwas zurückgehen sollte“, bleibt Akyazici optimistisch. Schuler kann sich dabei auf ein breites Kundenspektrum stützen. Im Automobilsektor seien die deutschen OEM und deren Joint Ventures wie Shanghai Volkswagen, FAW-VW, BMW Brilliance und Beijing Benz wichtige Kunden. Rein chinesische Firmen wie Digidie, Jiao Yun und Baosteel zählten ebenfalls zu den Geschäftspartnern der Göppinger. „Auch über den Automobilbereich hinaus verfügen wir über eine breite industrielle Kundenstruktur“, ergänzt der China-CEO von Schuler, „unsere 2011 eingeleitete Strategie, die gesamte Wertschöpfung in China deutlich auszubauen, zahlt sich aus. Wir sehen eindeutig mehr Chancen als Risiken in China und sind davon überzeugt, dass die aufstrebende Wirtschaft in Asien und speziell in China langfristig weiter wachsen wird.“
Die starke Kundenbasis in China kommt nicht von ungefähr – seit über 20 Jahren ist der Göppinger Pressenbauer dort präsent: 1992 wurde das Joint Venture Tianjin SMG Presses Co. Ltd. gegründet und mit der Montage von Anlagen begonnen. Zwei Jahre später wurde Shanghai Schuler Presses gegründet, heute ist dort der China-Hauptsitz des Unternehmens. Über die Jahre ging es zügig weiter, auch mit Standorten in Beijing und Jinan. Zuletzt baute Schuler vor zwei Jahren das Werk in Dalian aus und erhöhte die Produktionsfläche auf 16.000 m² – sie wurde mehr als verdreifacht. „Noch 2015 werden wir in Tianjin für 10 Mio. Euro ein neues Referenz- und Vorführzentrum eröffnen“, kündigt Akyazici an. Es soll eines von acht Tech-Centern werden, die Schuler weltweit betreibt.
Maschinenbauer müssen präsent sein
Mit Werken sowohl in der Wirtschaftsmetropole im Süden Chinas als auch im Zentrum der Automobilindustrie im Nordosten sowie den Servicestandorten in Chengdu, Guangzhou, Changchun und Wuhan ist Schuler in allen wesentlichen Kundenregionen vor Ort. „Wer als Maschinen- und Anlagenbauer am Wachstum in China teilhaben will, muss dort präsent sein“, so Akyazici. Das bedeute, hier auch Produkte zu entwickeln und zu fertigen. Es reiche nicht mehr aus, alles in Deutschland zu produzieren und nach China zu exportieren – die Transportkosten und Zölle seien mittlerweile zu hoch, um hier wettbewerbsfähig zu sein.
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