Dichtungen Werkstoffmischung für Dichtringe trotzt Schmierstoffen in Getrieben

Autor / Redakteur: Helmut Leitner und Erich Prem / Kirsten Nähle

Radialwellendichtungen aus Standard-Fluor-Elastomermischungen (FKM) zeigen in Kontakt mit Polyglykol-Schmierstoffen einen erhöhten Verschleiß. Ein Universal-FKM-Werkstoff verlängert die Standzeiten von Simmerringen und ermöglicht somit die Wartungsfreiheit von Getrieben.

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Bild 1: Simmerringe aus Universal-FKM-Werkstoff dichten Getriebe auf Lebensdauer. (Bild: Freudenberg)
Bild 1: Simmerringe aus Universal-FKM-Werkstoff dichten Getriebe auf Lebensdauer. (Bild: Freudenberg)

Hersteller von Industriegetrieben müssen auf die stark gestiegenen Anforderungen des Marktes reagieren. Insbesondere der Wunsch nach Getrieben, die über die gesamte Produktlebensdauer wartungsfrei sind, führt heute üblicherweise zur Anwendung moderner Hochleistungsschmierstoffe auf Polyglykolbasis. Dieser Schmierstoff sorgt einerseits für kleinstmögliche Reibungszahlen und Verschleißraten in der Verzahnung, andererseits ist er so beständig, dass keine Ölwechsel während der Lebensdauer des Getriebes erforderlich sind.

Simmerringe erreichen Standzeiten von über 10.000 h

Die vollständige Wartungsfreiheit wird überraschenderweise von Radialwellendichtungen aus thermisch und chemisch sehr beständigen Standard-Fluorelastomermischungen (FKM) eingeschränkt, die seit Jahrzehnten in diesen Getrieben zuverlässig und mit sehr hohen Standzeiten die Wellen dichten. Sie zeigen in Kontakt mit diesen Schmierstoffen einen erhöhten Verschleiß, besonders bei relativ niedrigen Ölsumpftemperaturen von etwa 40 °C.

Freudenberg Simrit, Weinheim, ist es gelungen, einen Universal-FKM-Werkstoff zu entwickeln, mit dem die bisherigen Standzeiten von Dichtungen deutlich verlängert werden. Simmerringe aus dem hochverschleißfesten „Wear-Resistant FKM“ erreichen Standzeiten von weit über 10.000 h, sodass ein Austausch während der üblichen Produktlebensdauer nicht mehr erforderlich ist (Bild 1).

Belastungsanforderungen an Simmerringe steigen

Die Lebensdauer eines Radialwellendichtrings wird von sehr vielen Betriebsparametern, beispielsweise von Temperatur, Wellenumfangsgeschwindigkeit (Bild 3 – siehe Bildergalerie), Druck oder Topografie der Lauffläche (Bild 2), beeinflusst. Diese Parameter und der Kontakt zu hoch additivierten Ölen können zu teilweise extremen chemischen, thermischen und mechanischen Belastungen der Dichtungen führen, weshalb in der Regel spezielle Freigaben der Dichtungswerkstoffe für die jeweiligen Betriebsparameter erforderlich sind.

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