Ressourceneffizienz Werkzeugmaschinen und Prozesse ressourceneffizient gestalten

Autor / Redakteur: Reimund Neugebauer und Andreas Sterzing / Claudia Otto

Eine Frage, die sich allen produzierenden Unternehmen immer stärker aufdrängt und für die Zukunft vieler Industrien entscheidend ist, lautet: Wie können wir die Ressourceneffizienz unserer Prozesse deutlich steigern? Antworten darauf liefert beispielsweise die Innovationsallianz „Green Carbody Technologies“.

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Das Konzept einer überlagerten Antriebsstruktur wurde auf Basis einer sogenannten Scherenkinematik in einem Maschinensystem umgesetzt. (Bild: Fraunhofer-IWU)
Das Konzept einer überlagerten Antriebsstruktur wurde auf Basis einer sogenannten Scherenkinematik in einem Maschinensystem umgesetzt. (Bild: Fraunhofer-IWU)

Unter Berücksichtigung des Klimawandels und der begrenzten Vorkommen natürlicher Ressourcen rücken die Notwendigkeit zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der produzierenden Industrie und somit die Forderung nach einer nachhaltigen Produktion als zentrale Aufgabe immer stärker in den Fokus. Insbesondere die wachsende Rohstoffnachfrage, zum Beispiel in den Wachstums- und Schwellenländern, sowie die damit im Zusammenhang stehenden steigenden Preise für Ressourcen und Energie unterstreichen den Handlungsbedarf. Die derzeitigen Entwicklungen in der arabischen Welt in Hinblick auf die Rohstoffverfügbarkeit, aber auch die aktuellen Diskussionen zur Energieerzeugung werden zu einer weiteren Verschärfung der Situation führen.

Ressourceneffizienz wird entscheidend für den Unternehmenserfolg

Neben den Preisen für Rohstoffe werden deren Verfügbarkeit beziehungsweise Zugänglichkeit immer mehr an Bedeutung gewinnen. Somit kann geschlussfolgert werden, dass in Zukunft insbesondere effizienzbezogene Wettbewerbsfaktoren über den Erfolg eines Unternehmens am Markt entscheiden werden. Gerade die Produktion ist an natürliche Ressourcen gebunden und von deren Verknappung betroffen.

Aus dieser Abhängigkeit resultiert die Notwendigkeit, bei steigendem Produktausstoß die Menge der eingesetzten Ressourcen zu senken und somit die Ressourcenproduktivität zu steigern. Eine wesentliche Fragestellung lautet deshalb: Wie können produzierende Unternehmen auf diese Herausforderungen reagieren und welche Möglichkeiten haben sie, den Ressourceneinsatz zu senken?

Innovationen für Paradigmenwandel zu Ressourceneffizienz nötig

Die erforderliche signifikante Steigerung der Ressourceneffizienz ist dabei nur in Kombination von politischen und gesetzlichen Vorgaben, Anreizen und Anregungen zu erreichen. Dafür sind klare und international abgestimmte politische Rahmenbedingungen nötig.

Ein Paradigmenwandel von „maximalem Gewinn aus minimalem Kapital“ hin zu „maximalem Gewinn aus minimalen Ressourcen“ kann nur durch technische Innovationen sowie langfristige Investitionen erreicht werden. Unternehmen, die sich durch die Anwendung von Effizienztechnologien und den Einsatz hocheffizienter Fertigungseinrichtungen heute einen Kostenvorteil erarbeiten, werden diesen in Zukunft überproportional weiter ausbauen.

Das Fraunhofer-IWU ist die führende Forschungseinrichtung auf dem Gebiet von nachhaltigen, ressourcen- und energieeffizienten Produktionstechnologien mit weltweiter Anerkennung und koordiniert bundesweite und internationale Projektinitiativen.

Nachhaltige Produktionstechnik soll 50% Energie einsparen

Als herausragendes Beispiel ist die Innovationsallianz „Green Carbody Technologies“ zu nennen, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Gemeinsam arbeiten hier mehr als 60 Zulieferer- und Ausrüsterunternehmen der deutschen Automobilindustrie unter Führung der Volkswagen AG und koordiniert durch das Fraunhofer-IWU an der Verbesserung der Energieeffizienz, des Materialausnutzungsgrades sowie der Emissionssenkung in den Prozessketten der Karosserieproduktion vom Presswerk bis zur Lackierung. Die Vision ist eine Gesamtenergieeinsparung von bis zu 50%, basierend auf effizienten sowie nachhaltigen Produktionstechnologien und -einrichtungen.

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