Windenergie

Wettbewerb am Windturbinen-Markt wird sich verschärfen

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Fachleute gehen von erheblichen Preissenkungen in der Zukunft aus. So dürften die Windturbinenhersteller wegen des intensiven Wettbewerbs auf Wachstumsmärkten, wegen wachsender Kapazitäten und Lieferprobleme an Verhandlungsmacht einbüßen. Immer größere Windparkprojekte und Rahmenverträge verschärfen den Wettbewerb unter den Windturbinenherstellern, denn sie konkurrieren um immer weniger, dafür aber größere Aufträge.

In den letzten vier Jahren ist die Größe von Windparks laut Roland-Berger-Studie im Durchschnitt um 20% gestiegen. In den nächsten Jahren wird verstärkt mit größeren Projekten über 50 MW Erzeugerkapazität gerechnet. Bei den meisten dieser Projekte handelt es sich um Offshore-Windparks.

Top-Player am Windturbinen-Markt verlieren Marktanteile

Unterdessen gerät die Vormachtstellung der großen Anbieter von Windenergieanlagen unter Druck. Beobachter rechnen deshalb in den kommenden zwei Jahren mit einem erbitterten Kampf um Marktanteile. So ist der Marktanteil der vier größten Hersteller seit 2005 bereits von 73% auf 55% geschrumpft.

Mehr als zehn weitere Hersteller von Windturbinen kämpfen derzeit um einen Anteil an den regionalen Märkten. Um ihre Marktstellung zu behaupten, müssen sich die Unternehmen nach Einschätzung der Roland-Berger-Berater folgenden vier Herausforderungen stellen:

  • Sie müssen den Markt für sich erobern,
  • neue Technologien gewinnbringend einsetzen,
  • die Zulieferkette optimieren und
  • ihre Aktivitäten restrukturieren.
  • Risiko entlang der Zulieferkette steuern

Den aktuellen Abschwung sollten die Hersteller dringend nutzen, um zukunftsfähige Initiativen voranzutreiben. Dabei geht es vor allem darum, in den nächsten Jahren für anhaltendes Umsatzwachstum zu sorgen. Das aber geht nur, wenn sie an den Kernmärkten in China, den USA und Europa aktiv sind und für diese jeweils eigene, den dortigen Gegebenheiten angepasste Strategien entwickeln. Überdies müssen sie mit Versorgern globale Rahmenverträge aushandeln, um am Wachstum des Marktes zu partizipieren.

Unter dem Eindruck der aktuellen Wirtschaftskrise liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, das Risiko entlang der Zuliefererkette zu steuern. Nur so lassen sich Lieferfristen einhalten und weltweit Expertise aufbauen. „Eine umfassende Industrialisierung ist unabdingbar, um dem Druck auf die Gewinnmargen zu begegnen“, erläutert Roland-Berger-Partner Manfred Hader.

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