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Sehr unterschiedlich fällt auch die Einschätzung aus, ob die ganz großen Handhabungsgewichte auch wirklich benötigt werden. „Grundsätzlich gibt es technisch keine Obergrenze“, erklärt Christoph Winterhalter, Leiter Geschäftsbereich Roboterautomation und Produkte bei der ABB Automation GmbH in Friedberg, „eine sinnvolle Begrenzung liegt jedoch sicherlich bei 1000 bis 1500 kg“. Ob das schwedische Unternehmen seine Palette noch ausweitet, lässt er offen. „Mittelfristig ist dies denkbar, die Handhabungskapazität steht jedoch noch nicht fest.“
Kombination mehrerer Roboter an einer Steuerung
Motoman will sein Produktspektrum zunächst im Palettierbereich mit 4-Achs-Robotern verstärken. „Dort ist die Nachfrage nach höherer Traglast besonders groß“, meint Stefan Hagspiel, Leiter Vertrieb Systempartner und Spezialanwendung bei der Motoman Robotec GmbH in Allershausen. Ansonsten erteilt er dem Wettrüsten eine Absage: „Roboter sind keine Hebezeuge oder Baukräne. Wir sehen bei 800 kg eine sinnvolle Maximallast. Mehr Traglast ist durch Kombination mehrerer Roboter an einer Steuerung zu erzielen.“
Die erschlossenen Märkte mit dem KR 1000 Titan und seinen Varianten zunächst einmal zu bedienen, plant Kuka. „Mit dem Traglastbereich um die 1000 kg ist sicherlich eine Marke erreicht, die sich bei den Anwendern erst noch etablieren muss“, gibt Alexander Bay zu bedenken. Zudem sei der Kostendruck auf Roboterlösungen bei höheren Handhabungsgewichten momentan durch Portale oder Sonderkinematiken noch groß.
Auch Kuka setzt auf kooperierende Roboter
Ansonsten setzen die Augsburger ebenfalls auf kooperierende Roboter – bei Kuka Roboteam genannt. Dazu der Produktmanager: „Das Handhaben von Gussteilen, Baustoffen oder Halbteilen wie Karossen kann noch höhere Traglasten als 1300 kg erfordern. Wenn Roboter im Team zusammenarbeiten, lassen sich diese Anforderungen erfüllen.“
Am Bedarf seiner Kunden will sich Fanuc orientieren. „Wenn wir den Eindruck haben, ein bestimmter Robotertyp wird gebraucht, werden wir über eine Entwicklung nachdenken“, verweist Gerald Mies darauf, „dass Fanuc einen neuen Roboter in kurzer Zeit zur Marktreife bringen kann.“ Gezeigt hat man das erst kürzlich mit einer Weiterentwicklung des Roboters M-2000iA. Auf der International Robot & Vision Motion Control Show Anfang Juni in Chicago wurde der Sechsachser mit ursprünglich 1200 kg Traglast in einer 1350-kg-Variante vorgestellt.
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