Schwerlastroboter

Wettkampf der Giganten

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Dass dabei die Entwicklung der Schwerlastroboter durchaus aufwändiger ist, bestätigen die Hersteller. „Es wäre schön, wenn man einen Standard-Roboter einfach aufpumpen könnte, bis er groß und stark ist“, bringt Motoman-Manager Hagspiel zum Ausdruck, dass es so einfach leider nicht ist. „Die Aufgabenstellung bei der Entwicklung eines Schwerlastroboters lautet, höchste Lasten bei maximaler Präzision und höchstmöglicher Geschwindigkeit zu bewegen. Dazu muss die Mechanik entsprechend robust ausgelegt sein, um den Kräften, die beim Beschleunigen und Bremsen sowie bei der Not-Aus-Situation auftreten, standhalten zu können.“

Komponenten erhöhen die Roboter-Entwicklungskosten

Beim KR 1000 Titan musste Kuka grundlegende Roboter-Antriebskonzepte neu umsetzen. „Er hat zwei Antriebe auf einer Achse oder zwei Getriebe in einer Achse – das gab es beim Titan zum ersten Mal“, beschreibt Produktmanager Bay. „Solche Neuerungen beanspruchen natürlich deutlich mehr Entwicklungsaufwand.“ Für Gerald Mies sind es die Einzelkomponenten für den Schwerlastbereich wie Lager, Getriebe und Motoren, die die Entwicklungskosten in die Höhe treiben. „Diese Komponenten müssen teilweise für die hohen Traglasten neu entwickelt werden und sind aufgrund der geringen Stückzahlen kostenintensiver.“

Schwerlastroboter werden Nischenprodukt bleiben

Über ein Nischendasein werden die Schwerlastroboter kaum hinauskommen. „Ihr Anteil am Gesamtrobotermarkt bezogen auf Knickarmroboter beträgt in etwa 6%“, urteilt Christoph Winterhalter. „ABB hat in diesem Bereich rund 1600 Roboter verkauft, vorrangig im Karosseriebau sowie in der Gießerei- und Schmiedeindustrie.“ Laut Kuka machen Schwerlastroboter am Gesamtmarkt weniger als 5% aus. „Die meisten Stückzahlen werden dabei im Traglastbereich um die 500 kg verkauft“, sagt Bay. Der Anteil des Titan am jährlichen Kuka-Absatz liege zwischen 2 und 3%.

Für das Roboter-Segment von 500 kg aufwärts beziffert Yaskawa Motoman den Anteil auf derzeit 3 bis 4%. „Die Abnehmerbranchen sind im Palettierbereich die Betonsteinindustrie sowie die holzverarbeitende Industrie und im Handlingbereich die Automobilindustrie“, verifiziert Hagspiel.

Viel wichtiger als die Menge der verkauften Schwerlastroboter ist Fanuc-Geschäftsführer Mies ein fein abgestuftes Raster der Roboterproduktpalette. „Ein einzelner Schwerlastroboter kann in einer Linie mit mehreren kleineren Robotern entscheidend für die Zusage eines Projektes sein“, begründet er.

(ID:307114)