Industrie 4.0

Wie CXOs den digitalen Wandel meistern

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Neue Talente für Industrie 4.0 ausbilden

Als dritte Gruppe, die Talent Champions, beschreibt die Studie Führungskräfte, die bei der Vorbereitung ihrer Belegschaft auf Industrie 4.0 weiter sind als ihre CXO-Kollegen. Sie wissen besser, welche Fähigkeiten ihre Unternehmen künftig benötigen, und geben prozentual häufiger an, bereits über die richtige Zusammensetzung der Belegschaft zu verfügen. Hier ist das Potenzial noch groß: Obwohl für 55 % der für die Studie befragten CXOs die größte Herausforderung im Talentbereich im Missverhältnis zwischen den derzeitigen und den künftig benötigten Fähigkeiten liegt, bevorzugen immer noch 25 % die Einstellung neuer Mitarbeiter gegenüber der Umschulung ihrer derzeitigen Belegschaft. Nur 43 % setzen darauf, vorhandene Arbeitskräfte gezielt weiterzubilden. Und das, obwohl mittlerweile 57 % der Befragten glauben, dass das Bildungssystem die künftigen Talente nur unzureichend für Industrie 4.0 vorbereitet.

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Industrie 4.0 als Schutz vor Disruption?

Der Wandel hin zu Industrie 4.0 ermöglicht den Einsatz neuer Technologien, um Prozesse zu verbessern, die Produktivität zu steigern und Innovationen voranzutreiben. Doch viele Unternehmen begreifen Technologie noch immer nicht als Werkzeug des Fortschritts, sondern lediglich als Mittel, um ihr bestehendes Geschäft abzusichern. In der Studie sagten doppelt so viele Führungskräfte, dass sie eher deshalb in Industrie-4.0-Technologien investieren, um sich vor Disruption zu schützen, als mit dem Ziel, auf ihren Märkten selbst zu Disruptoren zu werden (67 gegenüber 33 %). In Deutschland gaben Letzteres sogar nur 29 % an.

Als größte Herausforderungen für Technologieinvestitionen nannten die CXOs vorrangig:

  • Unzureichendes Verständnis in Bezug auf Industrie-4.0-Technologien,
  • Fehlen eines Business Case,
  • Mangel an Führungsvisionen.

Als Disruption Drivers beschreibt die Studie Führungskräfte, die sich auf Technologieinvestitionen für Industrie 4.0 fokussieren, um ihr Wettbewerbsumfeld zu dominieren, und dabei ihre beabsichtigten Geschäftsergebnisse erreichen oder übertreffen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Chancen von Industrie 4.0 noch lange nicht ausgeschöpft werden. Der Vorbereitungsgrad reicht vielfach bei Weitem nicht aus. Bemerkenswert ist, dass sozialen Fragen ein solches Gewicht beigemessen wird – in Deutschland ganz besonders.

* Thomas M. Döbler ist Energy, Resources & Industrials Leader Germany bei der Deloitte GmbH in 81669 München, Tel. (0 89) 2 90 36 79 20, tdoebler@deloitte.de

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