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Industrie 4.0

Wie Industrie 4.0 neue Servospindelpressen beeinflusst

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Spindelantrieb ist funktionell mit einem Hydraulikzylinder vergleichbar

Der Spindelantrieb ist aufgrund seiner konstruktiven Charakteristik und der geometrischen Verhältnisse funktionell mit einem Hydraulikzylinder vergleichbar, der über den gesamten Hubweg in jeder Lage die maximale Presskraft aufbringen kann. Das Anhalten des Antriebs unter Beibehaltung der geforderten Presskraft ist in jeder Stößellage möglich.

Das Pressengestell einer Servospindelpresse wird bei Verwendung eines Oberantriebes (Bild 2, links) als klassischer Maschinenrahmen ausgeführt, an dessen Seitenständern der Stößel geführt wird. Für kompaktere Pressen mit Unterantrieb sind die Seitenständer durch Führungssäulen ersetzt, das Kopfstück entfällt und die Spindeln ziehen den Stößel nach unten.

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Beide Gestellvarianten haben in Kombination mit den unterschiedlichen Antriebsanordnungen den Vorteil, dass die Parameter der Presskraft von der Tischgröße und der Hubhöhe entkoppelt sind und sich so relativ einfach Pressen im Baukastenprinzip kombinieren lassen. Somit sind an die realen Anforderungen angepasste Maschinen konzipierbar, die zum Beispiel auf großflächige Produkte mit geringen Presskräften oder lange Bauteile, die große Stößelhübe benötigen, abgestimmt werden können. So entscheidet nicht, wie bisher, die Presskraft über die Baugröße und Abmessung der Presse.

Wird ein Oberantrieb verwendet, können die Druckpunkte in Anzahl und Position so gewählt werden, dass eine optimale, flächig verteilte Presskrafteinleitung über die gesamte Stößelfläche erfolgt.

Messysteme am Stößel sorgen für die Produktion hochgenauer Teile

Wegmesssysteme an den vier Außenkanten des Stößels in Höhe des Werkzeugraumes dienen als Messglied des Antriebsregelkreises und nehmen die Positionen als Regelgröße während des Betriebes auf. Unabhängig vom Belastungszustand, auch außermittig, wird immer zur Sollgröße positioniert, Auffederungen des Systems werden kompensiert. Dies findet permanent mit einer hohen Abtastrate statt. Die Regelgenauigkeit bewegt sich im Bereich eines hundertstel Millimeters. Bei der Anordnung von 4 oder mehr Antrieben erfolgt die Stößelparallelitätsregelung 2-achsig. Der Anwender hat dadurch Möglichkeit, hochgenaue Teile in engen Toleranzbändern zu verarbeiten und dabei Rüst- und Einrichtzeiten zu verkürzen. Stößelkippungen bei außermittigen Belastungen oder Ungenauigeiten sind nicht mehr zu verzeichnen.

Presse komfortabel an Technik und Werkzeugvorgaben anpassen

Die rein elektronische Art, die Stößellage und den Stößelhub zu verstellen, erlaubt, die Presse komfortabel an die Werkzeugvorgaben und die Technik anzupassen. Es lassen sich wahlweise große Hubhöhen konstruktiv vorsehen, die aber im Betrieb der Maschine nicht gefahren werden müssen. Werkzeugreparaturen sind beispielsweise direkt in der Presse möglich, da durch den verfügbaren Maximalhub das Werkzeug entsprechend auseinander gefahren werden kann.

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