Reden halten Wie Redner die Sympathie der Zuhörer wecken und Langeweile vermeiden

Autor / Redakteur: Ingo Vogel / Claudia Otto

Bei vielen (Fest-)Reden fragen sich die Zuhörer nach wenigen Sätzen: Wann wird endlich das Buffet eröffnet? So sehr ödet sie der Vortrag an. Im Folgenden finden Sie einige Tipps, worauf Sie beim Vorbereiten Ihrer Ansprache achten sollten.

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Der Saal ist geschmückt. Die Häppchen sind vorbereitet. Die Gäste sind in eleganter Garderobe erschienen. Nun harren alle der Dinge, die da kommen. Dann tritt der Redner ans Pult und spricht die ersten Worte.

Alle lauschen ihm gebannt. Doch nach zwei, drei Minuten erlahmt das Interesse. Und die Zuhörer fragen sich im Stillen, wann endlich das Büffet eröffnet wird.

Dabei blicken die Zuhörer der Rede oft durchaus gespannt entgegen – sofern sie nicht schon aus den Vorjahren die langatmigen und selbstherrlichen „Festansprachen“ des Chefs oder Verbandsvorsitzenden kennen. Entsprechend leicht könnten Redner ihr Publikum begeistern.

Untersuchungen zeigen: Der Erfolg einer Rede hängt vorwiegend davon ab, ob der Redner die Sympathie des Auditoriums gewinnt. Wichtig sind auch ihr Aufbau und ihre dramaturgische Gestaltung. Der Inhalt der Rede hingegen hat auf ihre Bewertung einen eher geringen Einfluss.

Redner muss Sympathie des Publikums gewinnen

Vereinfacht könnte man sagen: Der Redner muss vor allem einen Draht zum Publikum finden und seine Inhalte gut verpacken. Was er sagt, ist zweitrangig.

Doch wie gewinnt ein Redner die Sympathie der Zuhörer? Vor allem dadurch, dass er authentisch wirkt. Die Rede sollte ihm also auf den Leib geschneidert sein.

Wenig glaubwürdig wirkt es, wenn ein Erbsenzähler sich als Witzbold präsentiert. Oder wenn sich ein Einzelkämpfer verbal mit allen Anwesenden verbrüdert. Das ist und wirkt nicht authentisch. Also gehen die Zuhörer auf Distanz.

Die Zuhörer mitnehmen und mit ihnen kommunizieren

Ein Redner gleicht einem Reiseführer. Er nimmt seine Zuhörer mit auf eine Gedankenreise – zum Beispiel durch das vergangene Jahr. Also sollte er sich im Vorfeld überlegen: Was ist der Anlass der Reise? Wohin soll sie gehen? Und: Wer nimmt an der Reise teil? Erst danach sollte er das Reiseprogramm – also Inhalt und Ablauf der Rede – planen.

Eine Ansprache bei einer Weihnachtsfeier sollte anders als eine Neujahrsrede konzipiert sein. Denn bei einer Weihnachtsfeier steht das gemeinsame Feiern im Mittelpunkt, bei einem Neujahrsempfang hingegen sollen die Zuhörer oft schon auf die Herausforderungen im neuen Jahr eingestimmt werden. Also kann die Rede mehr Information enthalten. Zudem kann sie einen stärker appellativen Charakter haben.

Redner muss Zuhörer schon beim Planen der Rede einschätzen

Beim Planen der Rede sollte der Redner wissen: Wer sitzt mir gegenüber? Sind die Zuhörer vorwiegend Mitarbeiter, die den Chef nur selten sehen, sollte die Rede anders gestaltet sein, als wenn das Auditorium nur aus Führungskräften besteht, mit denen der Chef fast täglich konferiert.

Ebenfalls wichtig ist: Welche Beziehung besteht zwischen den Zuhörern? Kennen sie sich gut oder sehen sie sich nur einmal jährlich? Gehören sie derselben Organisation an oder nicht? Denn wenn die Anwesenden Tag für Tag zusammenarbeiten, haben sie auch gemeinsame Erfahrungen, auf die der Redner sich beziehen kann. Sehen sie sich hingegen nur ein Mal im Jahr, muss er auf andere Elemente zurückgreifen, um ihr Ohr zu finden. Zum Beispiel die Entwicklung in der Branche, der alle angehören. Oder die gemeinsamen schlechten Erfahrungen mit der Zahlungsmoral der Kunden.

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