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Nach Einschätzung von Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems, Frankfurt am Main, und Leiter des Arbeitskreises Windenergieanlagen-Service, ist es von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, ob er die Wartung und Instandhaltung seiner Windkraftanlagen problematisch sieht. „In der Windbranche gibt es viele Hersteller, die ein Rundum-sorglos-Paket anbieten, wie zum Beispiel Enercon“, sagt er.
Nicht alle Windkraftanlagen-Hersteller können Wartungsservice bieten
Der Betreiber profitiere davon, weil er sich darauf verlassen kann, dass jemand seine Windkraftanlage wartet, der über ein sehr hohes Know-how verfügt, da er die Anlage selbst entwickelt hat. „Es gibt aber auch viele Unternehmen, die bestimmte Servicelevel selbst machen und andere Level nicht übernehmen. Für die Level, die sie nicht übernehmen, schulen sie dann häufig Externe. Damit hat der Betreiber wiederum die Sicherheit, dass der Service zufriedenstellend gemacht wird“, erklärt Herdan.
Dabei spiele auch die Produkthaftung des Herstellers, wenn ein Personenschaden entsteht, eine wesentliche Rolle. „Über diese rechtliche Ebene muss der Hersteller sicherstellen, dass jemand, der den Service an einer von ihm gelieferten Anlage übernimmt, auch über das entsprechende Know-how verfügt.“
Datentransparenz bei Windkraftanlagen noch nicht ausreichend
Bei einer Entscheidung für Betrieb und Instandhaltung in Eigenregie spielen die Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern und die Datenhoheit beziehungsweise die Kontrolle über Informationen und Prozesse eine beträchtliche Rolle. „Anlagen unterschiedlicher Hersteller sind meist mit proprietären Leitsystemen ausgestattet. Anlagenbauer als Fremdbetreiber liefern nach Ablauf der Betriebsdauer häufig nur Informationen auf Papier, wobei dem Endkunden auswertbare Historiendaten in Datenbanken vorenthalten werden“, bemängelt Neulen.
Das erschwere die Nutzung von Anlagen-Performance-Informationen und gewährleistungsrelevanten Daten. Die Übernahme der Anlagen in Eigenregie beziehungsweise die Vergabe von Unterhaltsarbeiten unter der Prämisse eines „Open-Book-Systems“ könne an dieser Stelle für erhöhte Transparenz bei gleichzeitiger möglicher Senkung der Servicekosten sorgen.
Leit- und Überwachungssysteme verschiedener Windkraftanlagen-Hersteller zusammenführen
Standardsoftware-Systeme und Integrationsleistungen von IBM unterstützen Betreiber bei der Erzeugung und dem Transport von Windenergie. „Windparkbetreiber können die oft proprietären Leit- und Überwachungssysteme unterschiedlicher Anlagenhersteller auf ein zentrales Dashboard- und Anzeigesystem aufschalten“, erklärt Neulen.
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